FORMAT: EU-Prüfbericht stellt Mängel bei BSE-Kontrollmaßnahmen fest

Laut Studie könnte Risikomaterial im Umlauf sein

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Montagsausgabe berichtet, gibt es schwerwiegende Mängel bei den österreichischen BSE-Kontrollmaßnahmen. Laut einem FORMAT vorliegenden Bericht des Lebensmittel - und Veterinäramtes der EU-Kommission gibt es massive Kritik seitens der Brüsseler Experten, die im Februar zu einem Kontrollbesuch in Österreich waren.

Ein Kritikpunkt betrifft die Entfernung von spezifiertem BSE-Risikomaterial (SRM), also Hirn, Augen und Rückenmark, die als hochinfektiös gelten und EU-weit ausnahmslos entfernt werden müssen. Zitat aus Kontrollbericht: "Es gab kein effizientes Kontrollsystem zur Überwachung der gesamten SRM-Entsorgungskette. Das bedeutet, daß SRM aus dieser Entsorgungskette verschwinden kann." Auch eine Vertauschung zwischem BSE-Risiko- und ungefährlichem Fleischmaterial sei nicht auszuschließen: "Die Sammelmethoden für Schlachtabfälle und die Etikettierung der Sammelbehälter waren nicht geeignet sicherzustellen, daß eine Mischung von SRM und Nicht-SRM im Zuge der Sammlung in zwei der Einrichtungen, die frisches Fleisch herstellen, ausgeschlossen werden konnte."

Ein weitere Rüge erteilen die EU-Prüfer hinsichtlich des Tiermehlverfütterungverbotes. Eine Vermischung von gefährlichem Fleisch-Knochen-Mehl mit Futtermittel für Wiederkäuer sei durch gemeinsame Herstellungsanlagen möglich. "Der Besuch einer großen Futtermühle ergab, daß die Gefahr einer Kreuzkontamination in Wirklichkeit häufiger und höher war, als es die amtlichen Ergebnisse vermuten ließen. Wenn kontaminiertes Fleisch-Knochen-Mehl auf den österreichischen Markt gelangt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, daß Tiere mit dem BSE-Erreger in Berührung gekommen sind, weil das Verfütterungsverbot nicht effektiv überwacht wurde." In einer ersten Stellungnahme gegenüber FORMAT erklärte SP-Umweltsprecherin Ulli Sima: "Das ist ein vernichtendes Zeugnis für Österreich. Es leidet die Sicherheit unserer Lebensmittel und damit die Konsumenten."

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