ALPHA Österreich: Streifen-Weise - Der Maler Heinz Greissing und die Frage der Mehrdimensionalität

Wien (OTS) - ALPHA Österreich zeigt am Freitag, dem 7. September 2001, um 22.00 Uhr die Dokumentation "Streifen-Weise - Der Maler Heinz Greissing und die Frage der Mehrdimensionalität".

Der väterlicherseits aus Hohenweiler bei Bregenz stammende Maler Heinz Greissing (unter seinen Vorfahren ist der Barockbaumeister Joseph Greissing) wurde 1933 in Wien geboren, studierte hier bei R. C. Andersen, Herbert Boeckl und Fritz Wotruba, in Salzburg bei Oskar Kokoschka und lebt heute abwechselnd am Pfänder mit Blick auf den Bregenzerwald und in Weinsteig nahe bei Wien. Ronda, ein maurisches Städtchen in Andalusien/Spanien, dessen südliche Sonne schon Rainer Maria Rilke, Ernest Hemingway und James Joyce inspirierte, hat Greissing zu seiner Wahlheimat gemacht.
Seit langem beschäftigt sich Heinz Greissing eingehend mit der subjektiven Wahrnehmung von Landschaften. Ihn interessiert die Überlagerung zeitlich und örtlich auseinander liegender Eindrücke, die Veränderung und Verschiebung von Ansichten. Mit Hilfe von Spiegeln, kleinen Standortveränderungen oder der genauen Beobachtung wechselnder Lichtverhältnisse versucht er, die unterschiedlichen Ebenen der Wirklichkeit zu erfassen. So bemühte er sich lange um die Darstellung ein und desselben Baumes von verschiedenen Standpunkten aus, versucht die Abfolge der Fahrt auf den Pfänder in einem einzigen Bild auszurücken oder kehrt seit Jahren auf denselben Dreschplatz (mit freilich gewaltigem Panorama) nahe Ronda zurück, der ihm als Freiluftatelier dient.

Mit den Streifenbildern erreichte er nach zwei Jahrzehnten intensiver künstlerischer Suche und Annäherung einen vorläufigen Höhepunkt: Mit großer Farbsicherheit und kompositorischem Gefühl verweben sie die Mehrfachansichten zu einer harmonischen Einheit, die zugleich Ganzheit und Vielschichtigkeit des wirklichen Erlebens umfasst.

Das filmische Porträt - Kamera und Regie: Robert Neumüller, Buch:
Wolfgang Stickler - besucht den Maler an seinen Wirkungsstätten in Vorarlberg, Niederösterreich und Spanien, begleitet ihn bei der Arbeit und versucht, Landschaft und Menschen mit seinen Augen zu sehen und zu begreifen. Dabei werden vor allem sein "Hineintreten" in die Landschaft, mit Staffelei, Farben, Spiegel, die Vorbereitungen, Bildeinteilung, die Einschätzung des Lichts und natürlich der eigentliche Malakt minutiös beobachtet. In Verbindung damit zeigen Landschafts- und Detailaufnahmen, auf welche Farben, Formen und Zusammenhänge sein Blick fällt. Um diese Sachverhalte und die komplexen Bildkonstruktionen nachvollziehbar zu machen, werden Digitaltricks eingesetzt - etwa um Einzelmotive oder Veränderungen in der Zeit sichtbar werden zu lassen.
Um einen Einblick in seine künstlerische Entwicklung und Suche zu geben, führt der Maler, ergänzt durch Aufnahmen aus seinem Privatarchiv, zu den wesentlichen Schauplätzen seiner früheren Arbeiten und erinnert sich hier an seine damaligen Absichten und Auffassungen. Bei all dem wird der sehr persönlichen Darstellung in Form von On/Off-Interviews der Vorzug gegenüber einem objektiven Kommentar gegeben.

Das einfühlsame Porträt des Malers wird am Montag, dem 10. September, um 16.00 Uhr in ALPHA Österreich wiederholt.

ALPHA Österreich, das ORF-Fenster im Programm von BR-alpha, dem Bildungsspartenkanal des Bayerischen Rundfunks, kann über die Satelliten ASTRA 1B (analog) und ASTRA 1G (digital) europaweit empfangen werden. Eine Themenübersicht der kommenden ALPHA Österreich-Sendungen finden Sie im Internet (tv.orf.at/alpha) und in ORF TELETEXT auf Seite 308.

Rückfragen & Kontakt:

Sandra Nettelbeck
Tel.: (01) 87 878 - DW 15234
http://programm.orf.at
http://kundendienst.orf.at

ORF Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/GOK