Nitsch gegen Holender - Verstimmung wegen "Parsifal"-Absage

Vorausmeldung zu NEWS 36/01 v. 6.9.2001

Wien (OTS) - Hermann Nitsch ist von Staatsoperndirektor Ioan Holender "tief enttäuscht". Das erklärt der Künstler in der Donnerstag erscheinenden NEWS-Ausgabe. Anlass: Holender hatte Nitsch Regie und Ausstattung der "Parsifal"-Premiere im Jahr 2004 angeboten. Nun aber wird Peter Steins Salzburger Oster-Inszenierung an die Staatsoper übernommen.

Nitsch zu NEWS: "Diese Absage trifft mich sehr, auch, weil ich sie über die Medien erfahren musste. Ich hatte es Direktor Holender immer als große Tat angerechnet, dass er einem bildenden Künstler für 'Herodiade' das Vertrauen geschenkt hatte. Ich glaube, es hat sich gelohnt. Als ich dann vor drei Jahren besonders angegriffen wurde, hat er sich öffentlich hinter mich gestellt und mir den 'Parsifal' angeboten. Das hat mich glücklich und stolz gemacht. Jetzt hat er mir aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, das Vertrauen entzogen. Zuvor hat er mich zweimal genötigt, drei Jahre vor der Premiere Details bekannt zu geben. Zuletzt hat er mich dem Dirigenten Donald Runnicles gegenübergestellt, der von den meiner Arbeit keine Ahnung hatte. Künstlerische Arbeit muss aber wachsen, und wer einen bildenden Künstler engagiert, muss wissen, dass er es mit anderen Zugängen zu tun hat als bei einem Regisseur. Ich bin tief enttäuscht."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel. (01) 213 12-1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES/OTS