DOLOMITI LIVE - ein grenzenloser Erlebnisraum

- Osttirol, das Südtiroler Hochpustertal und die italienische Region Comelico/Sappada positionieren gemeinsam eine neue touristische Marke mit attraktiven Angeboten für Radfahrer und Wanderer. - 35 zweisprachige Natur- und KulturführerInnen wurden ausgebildet, als kundige Begleiter durch eine fast grenzenlose Bergwelt.

Wien (OTS) - INTERREG II - Integration beginnt an den Grenzen

INTERREG ist eine EU-Initiative zur Förderung der europäischen Integration genau dort, wo jede Gemeinsamkeit beginnt - an den Grenzen. An diesen Schnittstellen zwischen Nationalitäten und Kulturen werden Projekte initiiert, die wirtschaftliche Impulse setzen und gesellschaftliche Integration fördern. Originaltext der Kommission: "Allgemeines Ziel der INTERREG-Initiativen war und ist es, dafür zu sorgen, dass nationale Grenzen kein Hindernis für eine ausgewogene Entwicklung und Integration des europäischen Raumes sind."

2,6 Mrd EUR wurden zwischen 1994 und 1999 für die Umsetzung der grenzüberschreitenden Projekte des Programmplanungsabschnitts INTERREG II genehmigt. Aus diesem Topf kommt auch ein Teil der Mittel für das Gemeinschaftsprojekt "Dolomiti Live", das die Regionen Osttirol, Hochpustertal und Comelico/Sappada im Rahmen eines Pressegespräches am 5. September 2001 in Wien vorstellten.

DOLOMITI LIVE - Grenzenloser Erlebnisraum

"Neu ist nicht das Wandern über die Grenzen, sondern die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg," erklärt Franz Theurl, Präsident der Osttirol Werbung. DOLOMITI LIVE ist ein grenzüberschreitendes INTERREG-Projekt der Regionen Hochpustertal, Comelico/Sappada und Osttirol mit folgenden Zielsetzungen:

- Schaffung einer interregionalen touristischen Marke mit attraktiven, grenzüberschreitenden Tourismusprodukten.

- Ausbildung von Natur- und Kulturführern als "neue Selbständige" mit einem zukunftsorientierten Tourismusberuf.

Nicht von ungefähr fiel der Startschuss zu diesem Projekt vor zwei Jahren in der aufgelassenen Grenzstation Sillian/Arnbach. Das wuchtige Bauwerk hat seit Schengen seine Funktion verloren, Ost- und Südtiroler Pustertal wachsen wieder zusammen. Die historischen Verbindungen der Osttiroler in den benachbarten Süden sind ebenfalls vielschichtig, immerhin siedelten schon die Römer im Lienzer Becken und erst im Vorjahr begeisterte eine Landesausstellung auf Schloss Bruck mit liebevoll aufbereiteten Details über jene Zeit, als die Grafen von Gorizia hier regierten. Die Görzer waren es auch, die vor 700 Jahren Bauern aus Osttirol als Knappen über den Karnischen Kamm in den Süden holten. Deren Nachfahren leben in der Sprachinsel Sappada und sind gemeinsam mit dem Nachbarbezirk Comelico ebenfalls Partner der DOLOMITI LIVE-Initiative.

DOLOMITI LIVE - die Projekte

Verglichen mit den touristischen Hochburgen der Alpen sind die drei Dolomiti Live-Regionen echte Refugien des sanften Tourismus, in denen man noch jene Gelassenheit und Ruhe findet, die anderswo rar geworden sind. Was lange als Nachteil galt, wird nun als Kapital erkannt: inmitten einer atemberaubend ursprünglichen Natur öffnen sich dem Besucher authentische Lebens- und Erlebensräume von großem Erholungswert.

Das Ziel von DOLOMITI LIVE ist die nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung touristischer Produkte und Kooperationen in dieser Grenzregion. Gemeinsam bündeln die Partner ihre Stärken. Das Naturerlebnis wird dabei durch kulturelle Vielfalt bereichert. Bewusst stehen Wandern und Radfahren im Zentrum, also die Bewegung mit eigener Kraft, die langsame Annäherung an das Ziel. So bleibt Zeit für Geschichte und Geschichten, für den Blick auf das Detail und die Schönheit der Natur. Drei Projekte wurden bisher realisiert:

1) Projekt Radtourismus

"Raderlebnis Dolomiten" heißt der druckfrische Radwanderführer durch Osttirol, das Südtiroler Hochpustertal, Belluno und Comelico. Vom gemütlichen Familienausflug bis zur selektiven, mehrtägigen Mountainbike-Tour reicht das Spektrum. Neue Radwege wurden errichtet, bestehende saniert und erweitert, "radfreundliche" Unterkünfte und Servicebetriebe entlang der Strecke kümmern sich um die Bedürfnisse der Pedalritter.

2) Projekt Natur- und Kulturwanderwege

An der Schnittstelle unterschiedlicher Kulturen und inmitten einer herrlichen Bergwelt wird der Wanderer zum Grenzgänger auf den Spuren von Pilgern, Schmugglern und Soldaten, Forschern, Hirten und Pionieren des Alpinismus. Ein umfangreicher Wanderführer beschreibt 23 neue Erlebnistouren spannend und informativ. Alle Routen sind in einer eigenen Wanderkarte verzeichnet. Entlang der Wege erleichtern Info- und Hinweistafeln die Orientierung.

3) Projekt Natur- und Kulturführer

Zu den erklärten Schwerpunkten des INTERREG-Programms, dessen dritte Stufe derzeit anläuft, zählen regionale Beschäftigungsinitiativen, etwa die Schaffung eines neuen Kleinunternehmertums im ökologisch ausgerichteten Tourismus. Genau hier setzt das dritte Projekt der Dolomitenregionen an, die Ausbildung von DOLOMITI LIVE Natur- und Kulturführern. Das Grand Hotel in Toblach (Dobbiaco) wurde kurzerhand zum Seminarzentrum umfunktioniert. In einem mehr als 600 Stunden dauernden Lehrgang bildeten Spezialisten 35 Guides aus. 30 stammen aus Südtirol und dem Comelico, 5 aus Osttirol. Flora und Fauna, Geschichte und natürlich die vielen Sehenswürdigkeiten entlang der Grenzwege kann sich der Besucher jetzt von kundigen Begleitern zeigen und erklären lassen.

DOLOMITI LIVE - Die Zukunft

Mag. Thomas Michor, Geschäftsführer der Osttirol Werbung, sieht mit den drei geschilderten Projekten ein wichtiges Etappenziel erreicht: "Auf dem Gipfel sind wir aber noch nicht", meint Michor und möchte in den kommenden Jahren Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der gemeinsamen Infrastruktur und neue Akzente im Marketing setzen: "Wir haben die Wege und die ortskundigen Guides. Jetzt muss rund um diesen Kern eine umfassende Service- und Angebotsstruktur entstehen, die wir dem Gast auch sichtbar machen."

Ein grenzüberschreitendes Dienstleistungsmodell soll entwickelt werden und zu einer weiteren Vertiefung der internationalen Kooperation führen. Die Touristiker der drei Regionen sind durch die intensive Zusammenarbeit der letzten Jahre längst zu Freunden geworden. Jetzt planen Michor und seine Kollegen aus dem Comelico und dem Hochpustertal die Initiierung von Gemeinschaftsaktionen auch unterhalb der "offiziellen" Ebene von Werbegemeinschaften und Tourismusverbänden. Daniel Campisi, Direktor des Tourismusverbandes Hochpustertal: "Ob Gastronomie und Hotellerie, Liftbetreiber oder Dienstleister im Tourismus, alle sollten im Rahmen von Dolomiti Live lernen, über den Horizont, über den jeweiligen Berggipfel hinaus zu denken und die Region als Ganzes zu begreifen. Dann werden wir auch dem Gast die unverwechselbare Qualität und Vielfalt dieser Grenzregion vermitteln können."

Rückfragen & Kontakt:

Tourismusverband Hochpustertal
Daniel Campisi
Pflegplatz 1
I-39038 Innichen - Südtirol
Tel. 0039 / 0474 / 91 31 56
Tel. 0039 / 0474 / 91 43 61
Mail: info@altapusteria.net
www.altapusteria.netComunita Montana Comelico e Sappada
Dr. Livio Olivotto
Via Dante Alighieri, 3
I-32045 S. Stefano di Cadore - Belluno
Tel. 0039 / 0435 / 42 01 17
Tel. 0039 / 0435 / 62 1 13
Mail: segretario@cmcs.itOsttirol Werbung
Mag. Thomas Michor
Albin-Egger-Straße 17
A-9900 Lienz
Tel. 04852 / 65 333,
Fax: 04852 / 65 333-2
Mail: osttirol@netway.at
www.osttirol.co.at

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