"Das Haus Europa steht": Dt. Altbundeskanzler Kohl Gast im Ö1- "Europa-Journal" am 7.9. BILD

Wien (OTS) - Im "Europa-Journal" am Freitag, den 7. September
um 18.20 Uhr auf Österreich 1 steht ein Gespräch mit dem deutschen Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl auf dem Programm. Kohl hat in
einem ausführlichen ORF-Interview in Alpbach dem Deutschland-Korrespondenten des ORF, Dr. Paul Schulmeister seine Vision des Europa von morgen dargelegt und massiv jeden Defätismus
kritisiert. Das "Haus Europa" stehe, sein Bau werde durch den Euro in wenigen Wochen endgültig unwiderruflich.****

Volksabstimmungen in Österreich, wie sie die FPÖ im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung oder dem Atomkraftwerk Temelin vorgeschlagen hatte, lehnt der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl entschieden ab. "Wenn wir so anfangen, dann setzt jeder dem anderen eine Pistole an die Stirn", so Kohl. Was hätten wohl die Österreicher gesagt, wenn umgekehrt bei ihrem Beitritt zur EU solche Forderungen erhoben worden wären, fragte Kohl. Die einstigen EU-14-Sanktionen gegen Österreich nannte er eine der eklatantesten Dummheiten der vergangenen Monate. Noch dümmer sei die Beteiligung Deutschlands daran gewesen, weil kein Land in der EU ungeeigneter sei für eine solche Diffamierung Österreichs, einer "Kulturgroßmacht nicht nur in Europa, sondern in der Welt".

Mit Vehemenz wandte sich Altbundeskanzler Kohl gegen das "Gequatsche" von einer negativen Entwicklung Europas. Die bevorstehende Einführung des Eurogeldes zeige, dass die Visionäre von einst die eigentlichen Realisten in Europa waren. Mit dem Euro gäbe es für niemanden mehr eine Chance auszusteigen. In fünf Jahren werde es den Euro auch in Großbritannien, in zehn Jahren auch in der Schweiz geben, meinte Kohl. Die Entwicklung sei irreversibel, und natürlich werde der Euro letztlich auch eine politische Union in Europa erzwingen.

In der Europäischen Union könne es keinen Krieg mehr geben, das sei das allerwichtigste, so Kohl. "Das Haus Europa ist wetterfest, von keinem Sturm umzuwerfen und hat eine Hausordnung mit dem obersten Gebot: Gewalt ist verboten, Streit muss mit zivilen
Mitteln ausgetragen werden." Dann, so meinte der frühere deutsche Bundeskanzler, könne sich das alte Abendland als ganz junger Kontinent erweisen, der zum Beispiel der einst kolonialisierten
Welt zurückerstatte, was er weggenommen habe, und im Umweltschutz alles tue, damit der alte Planet nicht zerstört werden würde.(ih)

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