Hilfe für Menschen in extremen Lebenssituationen

Prokop: Land bietet professionelle Hilfe für die Angehörigen

St.Pölten (NLK) - Menschen in extremen Lebenssituationen soll künftig rasch professionelle Hilfe angeboten werden, vorausgesetzt, die Betroffenen selbst wünschen dies. Unter der Federführung der NÖ Landesakademie wurden deshalb landesweit sogenannte psychosoziale Akutteams mit Experten aus den Bereichen Psychologie, Physiotherapie, Sozialarbeit etc. ins Leben gerufen, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ereignisse wie die Gasexplosion in Wilhelmsburg im Dezember 1999 oder das schwere Busunglück im August des Vorjahres hätten gezeigt, wie wichtig und wie notwendig Hilfe für die Angehörigen in solchen Extremsituationen sei, betonte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop heute bei der Präsentation dieser landesweiten Initiative. "Wir wollen aber ganz besonders auch jenen helfen, die durch einen Verkehrsunfall, ein Gewaltverbrechen oder plötzlichen Tod einen Familienangehörigen verloren haben und unter extremer psychischer und seelischer Belastung stehen. Immerhin sterben allein in Niederösterreich jährlich rund 500 Menschen eines plötzliches Todes durch Unfälle, Schlaganfälle etc.", so Prokop. Diese Hilfe wird aber auch jenen angeboten, die am Tod einer anderen Person schuld sind oder eine anonyme Geburt wünschen.

Um diese Unterstützung auch wirklich flächendeckend anbieten zu können, stehen in fünf Regionen Niederösterreichs derartige Akutteams zur Verfügung. Zentrale Anlaufstelle ist dabei das Landhausviertel in St.Pölten, wo rund um die Uhr ein Portier anwesend ist und auf Wunsch der Betroffenen das jeweilige Akutteam in der Region verständigt. "Ziel ist es", so Prokop, "diese gewünschte Hilfe innerhalb von drei Stunden anbieten zu können". Hier ist man auch auf die Unterstützung der Gendarmerie bzw. der Amtsärzte angewiesen, die in den meisten Fällen die Todes- bzw. Schreckensnachricht an die Angehörigen überbringen. Diese fragen die Angehörigen auch, ob psychologische Betreuung etc. erwünscht ist. Falls dies der Fall ist, können sie eine Fachberatung im Ausmaß von sechs Stunden kostenlos in Anspruch nehmen. Darüber hinaus werden sie auf weitere Betreuungsangebote wie beispielsweise Selbsthilfegruppen verwiesen. Das Land rechnet bei geschätzten rund 100 Einsätzen mit Kosten von rund 2 Millionen Schilling (145.345 Euro) pro Jahr.

Im Zuge eines bereits durchgeführten Probemonats wurden durchwegs gute Erfahrungen mit den Akutteams gemacht. In regelmäßigen Abständen sollen auf Grund der Erfahrungen auch Evaluierungen stattfinden. Dazu gibt es für die Mitarbeiter der
Akutteams ständige Weiterbildungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen zum psychosozialen Akutteam gibt es bei der NÖ Landesakademie unter der Telefonnummer 02742/294-17426 oder unter akutteam@noe-lak.at.

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