Prets: Gender-Mainstreaming als Beitrittskriterium heranziehen

Wien (SK) "Gender-Mainstreaming muss in den aquis communautaire übernommen werden - und auch als Beitrittskriterium dienen. Daher wurde meine dahingehende Initiative auch im Brok-Entschließungsantrag berücksichtigt", erklärte die SPÖ-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Christa Prets, Dienstag vor Journalisten in Strassburg. Prets verfasste die Stellungnahme des Ausschusses für die Rechte der Frau und Chancengleichheit zum Länderbericht über Rumänien. ****

"Der Zugang von Frauen zum Entscheidungsprozess ist minimal. Es braucht mehr Frauen in Führungspositionen. Leider gilt das nicht nur für die Erweiterungsländer, sondern auch für die derzeitigen EU-Mitgliedsländer", so Prets.

Besonders schwierig sei die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt: "In den letzten zehn Jahren haben in Ungarn 900.000 Frauen ihre Arbeit verloren, in Polen zehn Prozent der Frauen", warnte Prets.

"Frauen sind eindeutig die Verliererinnen der Öffnung der ehemals kommunistischen Staaten. Die Frauenarbeitslosigkeit ist um insgesamt zehn Prozent stärker während der letzten zehn Jahre gestiegen als jene der Männer."

Scharf kritisierte Prets die zunehmende Gewalt gegen Frauen in manchen Erweiterungsländern. "Die häusliche Gewalt gegen Frauen hat in Ungarn um zehn Prozentpunkte zugenommen."

Nach Ansicht der burgenländischen Abgeordneten ist ihr Heimatbundesland "weniger von Migration betroffen als von Pendlern". Die Schere zwischen den Durchschnittseinkommen des Burgenlandes und Ungarns spräche für sich. Prets: "Das Durchschnittseinkommen in Ungarn beträgt 4.800 Schilling, jenes im Burgenland hingegen 16.000 Schilling."

Die Conclusio: "Wir müssen einerseits unsere Anstrengungen gegen die Schwarzarbeit verstärken, andererseits gleiche Arbeitsbedingungen dies- und jenseits der Grenze schaffen", schloss Prets. (Schluss) ml/mm

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