Bartenstein: Wieder mehr Beschäftigte im August, aber auch mehr Arbeitslose

Wien (BMWA/OTS) - Trotz der zur Zeit vorherrschenden Konjunkturabschwächung gab es am heimischen Arbeitsmarkt mit Ende August wieder mehr Beschäftigte als im Vergleichsmonat 2000. So war bei den unselbstständig Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) ein Anstieg um 13.838 (+0,43%) auf 3.221.452 (1.796.240 Männer, 1.425.212 Frauen) gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Neben diesem merklichen Beschäftigungswachstum war allerdings als Folge des sich zur Zeit abschwächenden Wirtschaftswachstums ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu registrieren. So lag Ende August die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen mit 171.313 (86.171 Männer, 85.142 Frauen) um 15.314 (9,8%) über dem Vorjahreswert. Dabei ist sowohl eine Zunahme bei Inländern (+9.888 oder +7,1%) als auch in höherem Maße bei Ausländern (+5.426 oder +33,6%) festzustellen. Während die Arbeitslosigkeit bei den Frauen unterdurchschnittlich zunahm (+5.233 oder +6,5%), war bei den Männern eine höhere Zunahme zu beobachten (+10.081 oder +13,2%). Im Vergleich zum Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit um 4,2% (6947) zu. ****

Im internationalen Vergleich behält Österreich seine günstige Position. Die von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, errechnete saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag für Österreich im Juli bei 3,8%. Die Fortschreibung dieser Quote ergab für August eine saisonbereinigte vorläufige Arbeitslosenquote von 3,9%. Sie beträgt damit die Hälfte des EU-Durchschnittes (7,6%; Juni-Wert). Wie in der Vergangenheit lagen nur Luxemburg (Juni-Wert) und die Niederlande (Mai-Wert) mit jeweils 2,4% günstiger. In Irland fiel sie im Juni mit 3,8% gleichhoch wie bei uns aus. Die höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der Europäischen Union hatten zuletzt Spanien (12,9%), Italien (9,5% im April), Finnland (8,8%) und Frankreich (8,5%). Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit nimmt Österreich international trotz steigender Tendenz weiterhin eine erfreuliche Position ein. Derzeit liegen wir mit einer Arbeitslosenquote von 5,8% (Juli-Wert) im internationalen Vergleich auf Platz 2. Die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit wies die Niederlande mit 5,1% (Mai-Wert) aus. Ebenfalls niedrige Werte hatten Irland (6,0%) und Dänemark (6,9% im Juni). Ende Juni hatten 15,2% der Jugendlichen in den 15 Ländern der Europäischen Union keine Arbeit.

Lehrstellenmarkt

Am Lehrstellenmarkt ist die Zahl der Lehrstellensuchenden mit 8.102 gestiegen (+1.038 bzw. +14,7% gegenüber dem Vorjahr). Gleichzeitig stieg auch die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen (+533 bzw. +15,7%). Im Laufe des August wurden am Lehrstellenmarkt 5.682 Lehrstellensuchende vermittelt (-1.012 gegenüber dem Vorjahr).

Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit nahm in allen Altersgruppen zu, mit Ausnahme der 55- bis 59-Jährigen. Hier sank sie um 2,6% (-402). Dieser Abnahme steht eine geringfügige Zunahme bei den 50- bis 54-Jährigen (+111 oder +0,6%) sowie ein relativ kräftiger Anstieg bei den über 60-Jährigen gegenüber (+1.354 oder +88,7% auf 2.880). Dies ist in überwiegendem Ausmaß auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension zurückzuführen. Insgesamt liegt damit die Zahl der über 50-Jährigen (37.795) leicht über dem Vorjahresniveau (+1.063 oder +2,9%). Bei den 25- bis unter 45jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 11,0% (+8911).

Entwicklung in den Bundesländern

Die Arbeitslosigkeit stieg in allen Bundesländern. Am stärksten fiel die Zunahme erneut in Tirol aus (+1.448 oder +20,9%), gefolgt vom Burgenland (+714 oder +15,2%), Niederösterreich (+3.082 oder +11,8%) und Wien (+5.698 oder +10,2%). In den übrigen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit hingegen unterdurchschnittlich gestiegen, wobei die Steiermark (+1.070 oder 4,6%) und Vorarlberg (+285 oder +5,7%) die geringsten Zunahmen aufwiesen.

Entwicklung nach Berufen und Ausbildung

Berufsspezifisch zeigt sich auch Ende August, dass in der überwiegenden Mehrzahl von Berufsgruppen eine steigende Arbeitslosigkeit zu beobachten ist, insbesondere in den Saisonberufen Bau (+2.033 oder +22,2%) und Tourismus (+1.359 oder +9,2%), in Hilfsberufen (+2.248 oder +13,5%), Metall-/Elektroberufen (+1.746 +11,8%), im Handel (+1.552 oder +8,4%) sowie in den Büroberufen (+1.523 oder +5,5%).

Nach Ausbildungskategorien gab es im Vergleich zum Vorjahr mit wenigen Ausnahmen (Akademieabschluss, Meisterprüfung) eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. Den relativ gesehen größten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es bei den Personen ohne Pflichtschulabschluss (+1173 oder +20,1%), gefolgt von jenen mit Pflichtschulniveau (+7.465 oder +12,1%). Bei Personen mit Lehrabschluss nahm die Arbeitslosigkeit um 4.177 oder 7,6% zu.

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Langzeitarbeitslosigkeit ging weiterhin kräftig zurück. Ende August waren 10.088 Personen länger als ein Jahr vorgemerkt. Der Rückgang betrug damit 7.277 (-41,9%). Die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen ist um 5.862 (14,4%) auf 34.790 zurückgegangen.

Presseabteilung: Mag. Georg Pein, Tel.: (01) 711 00/5130 e-mail: presseabteilung@bmwa.gv.at
Internet: http://www.bmwa.gv.at

Rückfragen & Kontakt:

E-Mail: presseabteilung@bmwa.gv.at

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (01) 71100-5108
Presseabteilung: Mag. Georg Pein, Tel: (01) 71100-5130

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MWA/MWA