Rieder präsentiert Volkszählungsergebnis: Wien wächst

"Städte bekommen aus dem Finanzausgleich immer weniger Mittel"

Wien, (OTS) "Wien ist die einzige Großstadt Österreichs, die wächst. Zur Zeit hält man bei 1,562.676 Millionen Hauptwohnsitzen (+ 23.000 oder +1,5 Prozent) und 197.374
Nebenwohnsitzen. Insgesamt gibt es 1,760.050 ‚gemeldete’ Wienerinnen und Wiener", erläuterte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder im Rahmen der Medienkonferenz des Bürgermeisters am Dienstag, das für Wien positive vorläufige Ergebnis der Volkszählung in Wien. "Die Volkszählung ist reibungslos abgelaufen, mein Dank gilt den Mitarbeitern der Stadt Wien und den 9.000 Volkzählerinnen und Volkszählern, die dieses Großprojekt mitgetragen haben."

"Wien ist nach wie vor das größte Bundesland Österreichs. Die Gründe für den Zuwachs seit der letzten Volkszählung liegen vor allem auch in der Zuwanderung aus dem Ausland. Neben dem Zuwachs an Einwohnern gab es auch ein deutliches Plus bei der Zahl der Gebäude, Wohnungen und Arbeitsstätten, wobei der 22. Bezirk der große Gewinner in allen Kategorien ist", so Rieder.

Wien stellt Infrastruktur für die gesamte Region

"Die mindestens 23.000 neuen Wiener (+1,5 Prozent Wachstum) bedeuten aber aufgrund des gesamtösterreichischen Entwicklung (+3,5 Prozent) und der Struktur des abgestuften Bevölkerungsschlüssels nicht, dass Wien in Zukunft aus dem Finanzausgleich auch mehr Mittel zur Verfügung stehen werden." Rieder: "Es kann nicht sein, dass die Großstädte die Kosten der Infrastruktur auch des ganzen Umlandes tragen, aber im Rahmen des Finanzausgleiches immer weniger Finanzmittel bekommen." "Gerade Wien hat als Wirtschaftsmotor Österreichs eine bundesweite Rolle und stellt für weit mehr Menschen, als direkt in der Stadt leben, die Infrastruktur zur Verfügung, was aber nicht voll abgegolten wird."

Rund 150.000 Menschen pendeln Tag für Tag aus dem Umland in die Bundeshauptstadt. (Betrachtet man die Wiener Umgebung - Bezirke Wien Umgebung, Mödling, Baden, Korneuburg, Tulln, Gänserndorf, Bruck/Leitha - so ist dort ein deutlicher Zuwachs, + 9,1 Prozent oder 50.000 Hauptwohnsitze, zu verzeichnen. Ebenso erhalten Gastpatienten Leistungen in den Krankenhäusern der Stadt Wien im Wert von rund 2,5 Milliarden Schilling pro Jahr. Rund die Hälfte der 127.000 Wiener Studenten hat nicht ihren Hauptwohnsitz in Wien.

Wien wächst

Der Bevölkerungszunahme in den letzten 10 Jahren ist in jedem Fall wesentlich deutlicher ausgefallen als im Zeitraum 1981 bis 1991 (+8.500). Die Zunahme von 1991 bis 2001 entspricht einem prozentuellen Zuwachs von mindestens 1,5 Prozent. Einer der Hauptgründe für den Zuwachs war die Zuwanderung aus dem Ausland. Betrachtet man die Jahre 1995 bis 2000, so ergibt die Geburtenbilanz ein Minus von 17.296. Der Zuwanderung aus dem Inland (+141.591) steht eine noch größere Abwanderung in die Bundesländer (-163.803) gegenüber. Bei der Zuwanderung aus dem Ausland ist die Bilanz eine andere: 86.729 Abwanderungen ins Ausland stehen 146.169 Einwanderungen gegenüber.

30.000 Fälle reklamiert

Wien geht aber davon aus, dass dieser Zuwachs im Endergebnis noch deutlicher ausfallen wird. Etwa 30.000 Personen, die Wien als Nebenwohnsitz angegeben haben, haben nach Meinung der MA 66 in der Bundeshauptstadt gemäß den objektiven Kriterien des Meldegesetzes ihren Hauptwohnsitz. Diese Fälle wurden reklamiert.

Der gesamte Wiener Raum einschließlich der Umlandbezirke ist mit dem gleichen Prozentsatz gewachsen wie Österreich gesamt (+3,5 Prozent). Die geringere Bevölkerungszunahme Wiens im Vergleich zu Gesamtösterreich resultiert in großem Ausmaß aus der Verlagerung von Wohnsitzen in das Umland. Das Wiener Umland weist eine Bevölkerungszunahme von 9,1% auf.

Die Wiener Ergebnisse im Detail

Stadträumlich betrachtet waren die größten Bevölkerungszuwächse im 22. Bezirk mit fast 30 Prozent zu verzeichnen. Danach folgten der 11. Bezirk mit +16 Prozent , der 20. und 21. mit je +8 Prozent. Kleinere Zuwächse verzeichneten die Bezirke 10 und 23.

Die deutlichsten Rückgänge waren in den Bezirken 4, 6, 13 und 18 zu verzeichnen. Die Innenbezirke und die Bezirke 12-19 haben alle Einwohnerrückgänge aufzuweisen. Diese Rückgänge stehen offensichtlich mit der Zunahme von Wienerinnen und Wienern mit mehreren Wohnbezirken in Verbindung. Mehr als jeder/jede Achte besitzt einen weiteren Wohnsitz in Wien und den Hauptwohnsitz außerhalb Wiens. Insgesamt sind in Wien 197.374 Zweitwohnsitze angegeben.

Prozentuell am stärksten anzutreffen sind Personen mit weiterem Wohnsitz in den Bezirken 4, 6-9, 12, 18 und 20. In diesen Bezirken entspricht ihre Zahl 18-24 Prozent der Wohnbevölkerung. Eher selten sind Personen mit weiterem Wohnsitz in den donaunahen Bezirken 2, 11, 21 und 22 und daneben auch im 23. Bezirk anzutreffen. Ein Zusammenhang zwischen der Nähe zu Freizeitzentren, wie vor allem der Donau und einer größeren Einfamilienhausdichte einerseits und einem geringen Anteil an weiteren Wohnsitzen andererseits, ist offensichtlich. In den westlichen Stadtrandbezirken besteht dieser Zusammenhang jedoch nicht. Trotz der Nähe zum Wienerwald gibt es hier verhältnismäßig viele Personen mit weiterem Wohnsitz.

Der bevölkerungsreichste Bezirk ist noch immer der 10. mit etwa 151.000 Einwohnern. Die Bezirke 22 (137.000) und 21 (129.000) sind ihm jedoch schon recht nahe gerückt.

Mehr Gebäude, Wohnungen und Arbeitsstätten

Die Gebäude- und Wohnungszählung erbrachte einen massiven Anstieg der Gebäude und Wohnungen im Zeitraum 1991 bis 2001 um rund 9 Prozent, der deutlich über dem Anstieg der Bevölkerung liegt. Der durchschnittliche Wohnraum ist daher stark angestiegen. Wien hat mittlerweile 928.479 Wohnungen, 75.000 mehr als vor 10 Jahren. Die Zahl der Wohnungen hat ausnahmslos in allen Bezirken zugenommen. Die stärksten Zuwächse waren in den Bezirken 22 (+34 Prozent), 11 (+24 Prozent), 23 (+17 Prozent) und 21 (+15 Prozent) zu verzeichnen. Nahezu gleich geblieben ist der Wohnungsbestand in den Bezirken 9, 15 und 17.

Die Zahl der in Wien gezählten Arbeitsstätten hat im letzten Jahrzehnt um rund 10.000 zugenommen (+14 Prozent). Etwa 81.085 Arbeitsstätten verteilen sich nunmehr über die Bezirke. Mit Abstand die meisten Arbeitsstätten weist der 1. Bezirk auf. Danach folgen mit einigem Abstand die Bezirke 3 und 10 bzw. 23. Die bedeutendsten Zuwächse erreichte jedoch der 22. Bezirk (+42 Prozent). Weitere Zuwächse von etwa einem Viertel weisen auch die Bezirke 6, 13 und 21 auf.

27.000 Anrufe bei der Volkszählungs-Hotline

Die für die Volkszählung eingerichtete Hotline 4000-88680 wurde von den Wienerinnen und Wienern rege in Anspruch genommen. Insgesamt wurden dabei 27.000 Anrufer informiert. Thematisch ließen sich die Anrufe in folgende Themenbereiche einteilen:

o Wohnsitzfrage: 2.034
o Fragen zum Ausfüllen des Formulars: 9.367
o Datenschutz: 2.256
o Sonstiges (vor allem Abwesenheiten durch Urlaube): 13.331

Im gleichen Zeitraum wurden 762 e-mails von den MitarbeiterInnen der MA 66 beantwortet und verzeichneten die Internetseiten der MA 66 in den Monaten März bis Mai insgesamt 140.000 Zugriffe.

Volkszählung 2001: 9.000 ZählerInnen, 13.000 Sprengel

In Wien war für die Organisation der Volkszählung 2001 die MA 66 - Statistisches Amt der Stadt Wien verantwortlich, durchgeführt wurde sie von den Magistratischen Bezirksämtern und den rund 9.000 Volkszählerinnen und Volkszählern. Die Kosten der Volkszählung 2001 betrugen für Wien 253 Millionen Schilling, von denen 95 Millionen vom Bund zurückerstattet werden. (Schluss) mmr/

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Martin Ritzmaier
Tel.: 4000/81 855
e-mail: martin.ritzmaier@gfw.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK