Pirklhuber: Stopp der Industrialisierung der Landwirtschaft

Molterer muß Ökologie bei Beitrittswerbern offensiv thematisieren

OTS (Wien) Anlässlich der Eröffnung der Rieder Herbstmesse warnt der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber vor den Folgen der Industrialisierung der Landwirtschaft. Dadurch würden bäuerliche Betriebe zum Aufgeben gezwungen, während die Landwirtschaft von Lebens- und Futtermittelskandalen bis zu den Tierseuchen von einer Krise in die nächste schlittert. Diese Politik, die mit der Agroindustrie sympathisiert, schlage sich auch im schludrigen Umgang mit der Gentechnik und in der Förderungspraxis nieder, so Pirklhuber. "Bundesminister Molterer hat es bisher unterlassen, die Förderungspolitik zugunsten kleinerer, ökologisch wirtschaftender Betriebe umzugestalten, obwohl dies im Rahmen der EU möglich wäre. Eine ökologische Orientierung und soziale Ausgewogenheit sämtlicher Agrarförderungen ist dringend geboten und muß noch im Herbst 2001 eingeleitet werden," fordert Pirklhuber.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden "midterm-Review" der EU-Agrarpolitik, der EU-Osterweiterung und den WTO-Verhandlungen werden demnächst die Weichen für die künftige Agrarpolitik gestellt. Auf dem Spiel stehen die Qualität der Lebensmittel, Strategien für die künftige Welternährung und Fragen zur Biotechnologie in der Landwirtschaft. "Multinationale Konzerne wie Monsanto entwickeln bereits Marketingstrategien, wie gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft markt- und gesellschaftsfähig gemacht werden sollen, während Molterer und Haupt monatelang augenzwinkernd Untersuchungsergebnisse zurückhalten und nicht einmal die Bäuerinnen und Bauern über die Ergebnisse von Untersuchungen gentechnisch veränderten Saatguts informieren", erinnert Pirklhuber an den "Genmais-Skandal" der letzten Monate. Dies trotz aller Warnungen vor den Risken für das biologische Gleichgewicht und die gesundheitlichen Folgen für die KonsumentInnen.

Im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung genüge es nicht, dass sich BM Molterer mit den Ministern der Beitrittswerber zusammensetzt und diskutiert. Vielmehr sei ein offensives Konzept für die europäischen Landwirtschaft auszuarbeiten, das im Kern ökologisch und sozial gerecht sein müsse und hochwertigste Produkte für diesen erweiterten Binnenmarkt hervorbringe, so Pirklhuber. Dies wäre eine klare Abgrenzung von Konzern-dominierten US-Landwirtschaft, die besonders bei den bevorstehenden WTO-Verhandlungen auf eine weitere Liberalisierung drängen wird, um gentechnisch veränderte Produkte auf den europäischen Markt zu bringen. Anstatt den Import von gentechnisch veränderten Produkten oder Hormonfleisch zu unterbinden, drängen die EU-Agrarminister, darunter auch Molterer, weiterhin auf die Eroberung der Weltmärkte.

"Die Grünen werden den Herbst dazu nützen, um im Parlament die bereits vorgelegten Reformkonzepte zur Totalreform der Landwirtschaft zur Abstimmung zu bringen", kündigt Pirklhuber an. "Durch eine ökologische und soziale Umorientierung der österreichischen und der EU-Landwirtschaft sollen die Auswüchse der Agroindustrie endlich gestoppt werden", so Pirklhuber abschließend.

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