Kopietz: Görg nach grotesken Anschuldigungen rücktrittsreif

Gewista nicht von der Gemeinde Wien verkauft, da nicht im Besitz der Gemeinde

Wien (SPW) - Einen Rücktritt des Wiener ÖVP-Chefs Görg empfahl am Sonntag der Landesparteisekretär der Wiener SPÖ, LAbg. Harry Kopietz. Im Hinblick auf Behauptungen Görgs, die Gemeinde Wien hätte in einem "Geheimdeal" das Plakatunternehmen Gewista an einen "französischen Milliardär" verkauft, meinte Kopietz gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Wien: "Entweder der frühere Vizebürgermeister weiss nicht, dass die Gewista schon seit Jahren nicht mehr der Gemeinde sondern der Wiener Holding gehört hat, oder er lügt offensiv, um das Unternehmen und die SPÖ Wien zu diskreditieren. Beides kann eigentlich nur einen sofortigen Rücktritt Görgs zur Folge haben." Darüber hinaus sei die wirtschaftliche Inkompetenz in der Wiener ÖVP, wo man offenbar nicht einmal mehr simple Eigentümerverhältnisse von Unternehmen am geeigneten Ort nachschlagen könne, mehr als erschütternd. ****

Als "besonders pikantes Detail" bezeichnete Kopietz die Tatsache, dass im übrigen der niederösterreichischen ÖVP nahestehende Institutionen wie der Wirtschaftsbund und der Bauernbund NÖ ihre Gewista-Anteile schon im Jahr 2000 direkt an Decaux verkauft hätten:
"Offensichtlich ist die Wiener ÖVP auch eine derart unbedeutende VP-Teilorganisation, dass man sie weder über derartige Beteiligungen noch Verkäufe informiert. Ansonsten hätte sich Görg wohl seine gestrige Wortmeldung im Kurier insgesamt erspart", so Kopietz.

Für die Öffentlichkeit interessant sei allerdings, was der Ex-Vizebürgermeister mit seinem "Geheimdeal" gemeint haben könnte. Dies sei vermutlich die Gründung der "J.C.Decaux Central and Eastern Europe Holding" durch Bank Austria und Decaux, die 67% an der Gewista hält - Decaux ist im übrigen kein "geheimnisvoller Milliardär" wie von Görg behauptet, sondern ein börsenotiertes internationales Unternehmen und mit der GEWISTA gemeinsam nunmehr das führende Außenwerbeunternehmen weltweit. Wien sei damit auch die Konzernzentrale für Osteuropa geworden, die von Deutschland nach Wien zur Gewista verlegt worden sei. Eine weitere Expansion in Osteuropa über die Gewista und dadurch eine Stärkung des größten österreichischen Außenwerbeunternehmens im globalen Wettbewerb sei damit erfolgt, informierte der Landesparteisekretär.

Es habe sich bei dieser Transaktion, die im übrigen so geheim
war, dass sie im April 2001 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Eigentümer vorgestellt wurde, auch nicht um einen Verkauf der Gewista an Decaux gehandelt, sondern um eine Erweiterung der Gesellschaftsstruktur. Die Bank Austria, die Görg vielleicht mit der Gemeinde Wien verwechsle, sei auch weiterhin an Gewista beteiligt, so Kopietz weiter.

Abschließend hielt Kopietz noch fest, dass auch Görgs Angaben über die Beteiligung der Wiener SPÖ an der Gewista nicht den Tatsachen entspreche - vermutlich sei damit die Beteiligung der Progress-Werbung gemeint. Die interessierte Öffentlichkeit sei jedenfalls eingeladen, Informationen aus der Wiener ÖVP weiterhin sehr kritisch zu hinterfragen. (Schluss) hs

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