"profil": Nestle fordert als Sponsor stärkere Präsenz bei Salzburger Festspielen

Für Nestle -Chef Brabeck "Logo auf dem Programmheft" nicht ausreichend - auch Rückzug als Sponsor der Festspiele denkbar -Rahmenbedingungen für Kultur-Sponsoring in Österreich "nicht besonders attraktiv"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert sich Nestle-Chef Peter Brabeck-Letmathe vorsichtig positiv über die laufenden Sponsoring-Verhandlungen mit den Salzburger Festspielen. Im Prinzip habe man, so Brabeck-Letmathe, "die Entscheidung getroffen, als Sponsor auch unter Peter Ruzicka zu bleiben".

Allerdings äußert der Nestle-Chef sehr klare Forderungen, wenn der Schweizer Konzern die Festspiele weiterhin unterstützen soll. Für den Fall, dass diese Wünsche nicht berücksichtigt werden, sei auch ein gänzlicher Rückzug denkbar. Brabeck-Letmathe: "Wenn wir in Zukunft statt drei Sponsoren sieben sein werden und noch dazu mehr zahlen sollen, gehe ich vielleicht woanders hin."

Der Nestle-Chef deutet auch an, dass verstärktes Productplacement eine der Voraussetzungen für eine Vertragsverlängerung auf weitere drei Jahren ist. "Ich möchte", so Brabeck-Letmathe im "profil"-Interview, "dass unsere Produkte präsent sind. Ich glaube nicht, dass ein Logo auf dem Programmheft ausreicht, um eine Verbindung zwischen einem Unternehmen und einem Event zu schaffen."

Prinzipiell sei es für Unternehmen "nicht besonders attraktiv, in Österreich Kultur finanziell zu unterstützen". Brabeck-Letmathe wünscht sich eine Änderung der österreichischen Steuergesetzgebung. "Das kann doch nicht so schwer sein", meint der Nestle-Chef. "Wenn die Regierung wünscht, dass das Sponsoring zunimmt, um sich selbst als Subventionsgeber zurücknehmen zu können, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es der Privatwirtschaft erlauben, dieses Vakuum auszufüllen. Werden diese nicht geschaffen, wird es gefährlich. Der Staat zieht sich zurück, und die Privatwirtschaft geht nicht hinein."

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