ASFINAG und ÖSAG investieren allein in Tunnel mit Gegenverkehr ATS 600 Millionen in Tunnelsicherheit

Salzburg (OTS) - Unmittelbar nach dem Tauerntunnelunglück vom
29. Mai 1999 wurde von einer Tunnelexpertengruppe ein umfassendes österreichisches Tunnelsicherheitskonzept erarbeitet. Demzufolge investieren ASFINAG und ÖSAG bis Sommer 2002 rund ATS 600 Mio (netto).

Seit 1999 wurden folgende Maßnahmen bereits realisiert:

+Modernisierung der Leittechnik und Modernisierung der Tunnelwarten auf der A 9/ A 10 mit Gesamtkosten v
von ATS 60 Millionen
+Montage von Fluchthauben in Notrufnischen
+Verbesserung des Tunnelfunks
+Intensivierung der Ereignisübungen mit allen Einsatzorganisationen
+Intensive Schulung des Wartepersonals inkl. Stressbewältigung im Krisenfall
+Doppelte Wartenbesetzung auf der A 10 Tauern Autobahn während des Sommerreiseverkehrs

Darüber hinaus, nicht in den 600 Millionen Schilling enthalten:

+Vollausbau des Hungerbichl- und Kienbergtunnels im Zuge
der A 9 Pyhrn Autobahn mit Gesamtkosten von ATS 500 Millionen

+Befahrbare Fluchtstollen und Querschläge im Spering- und Klausertunnel mit Gesamtkosten von ATS 170 Millionen zusätzlich

Die ÖSAG als Betreiber der wichtigsten einröhrigen Tunnel (Katschberg-, Bosruck-, Gleinalmtunnel) investiert bis zur Hauptreisezeit im Sommer 2002 rund ATS 250 Millionen in folgende Maßnahmen:

In allen Tunneln:

+Montage beleuchteter Bordsteinreflektoren
+Montage Fluchtwegorientierungsleuchten (alle 106 Meter) +Umgestaltung der Pannen-Nischen (heller Anstrich, zusätzliche Beleuchtung; "Lichthöfe" als Unterbrechung der Monotonie der Tunneldurchfahrt
+Herstellung von Rumplestrips in der Fahrbahnmitte
+ Erneuerung der beleuchteten SOS-Hinweisschilder bei Notrufnischen

Im:

+Katschbergtunnel (A10): Einbau von Abluftjalousien,
Versorgung der Notrufnischen mit Frischluftzufuhr, Wandbeschichtung Bypass-Schaltung für Tunnelfunk / Kosten: ATS 60 Mio (Vollsperre 21.10.01 bis 23.11.01)

+Bosrucktunnel (A9): Einbau von Abluftjalousien, Sanierung und Ausbau der bestehenden Entlüftungs- und Entwässerungsstollen zu begehbaren Fluchtstollen zur Fremdrettung, Erneuerung des Tunnelfunks, Umbau der bestehenden Querschläge zwischen Fahrröhre und Fluchtstollen zu sog. "Warteräumen", Umbau der Notrufnischen in geschützte begehbare Nischen mit Frischluftzufuhr, Wandbeschichtung / Kosten: ATS 100 Mio (Arbeiten bereits seit Ende April 2001 bis 20.10.01)

+Gleinalmtunnel (A9): Einbau von Abluftjalousien, Erneuerung
der Brandmeldeanlage, Umbau der Notrufnischen in geschützte begehbare Nischen mit Frischluftzufuhr, Wandbeschichtung / Kosten: ATS 90 Mio (Nachtsperre ab 2. April 2002 ca. 5 Wochen)

Diese Maßnahmen können nur in Abhängigkeit von Urlauberreiseverkehr, Wintersaison, Teilsperre/Vollsperre, mit einer entsprechenden Vorlaufzeit (Planung, Ausschreibung) und in Abstimmung mit den Behörden, Einsatzorganisationen und Tourismusregionen umgesetzt werden.

Bereits umgesetzte Maßnahmen aus der von Frau Bundesminister Dr. Monika Forstinger eingesetzten Tunnelexpertengruppe unter der Leitung von Hr. Prof. Knoflacher (zusätzlich ATS 15 Millionen):

+Alle Tunnelanlagen auf höchster Lichtstufe (sofort in Angriff genommen)

+Installierung eines "Lichthofes" zur Unterbrechung der
Monotonie im Gleinalmtunnel (abgeschlossen)

+Behandlung der Betondecke durch Fräsen (Alternative zur Strukturmarkierung, in Arbeit)

+Blickverhaltensuntersuchungen im Gleinalm-/ Bosruck- und Selzthaltunnel gemeinsam mit Boltzmann-Institut, Prof Pfleger (in Arbeit)

+Abstandsmessungen durch das KfV im Lainbergtunnel (in Arbeit)

+Versuche abschnittsweiser Geschwindigkeitsüberwachung im
Tunnel durch das BMI (in Arbeit)

+Prüfung und Test verschiedener Markierungen ("Rumpelmarkierung", verschiedene Farben etc., in Arbeit)

+Test von verschiedenen seitlichen Beschichtungen bis in eine Höhe von 4,5 Meter im Hinblick auf Aufhellung des Tunnelraumes (diese Maßnahmen werden im Zuge der baulichen Sanierung durchgeführt)

Alle österreichischen Tunnel werden regelmäßig auch international von Tunnelexperten überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass speziell im Hinblick auf Tunnelsicherheitsanlagen die österreichischen Tunnel über dem internationalen Standard liegen. Neben der Infrastruktur spielt jedoch auch der Faktor Mensch in Bezug auf die Verkehrssicherheit eine ebenso bedeutende Rolle.

Rückfragen & Kontakt:

ÖSAG, Mag. Anita Oberholzer, Tel.: 0664 1022363

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