Leitl: Aktive Unterstützung für Nahversorger notwendig

Bürokratische Entlastung und Erschließung neuer Geschäftsfelder wie Postdiensten als Überlebenssicherung für kleine Betriebe

Wien (PWK603) - "Mir geht es darum den kleinen Betrieben zu
helfen, die wir alle für die Nahversorgung und als Bestandteil unserer Lebenskultur brauchen", erklärte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl anlässlich seines Besuch der 25 Jahre bestehenden Firma Ganglberger in Zwettl. "Es ist besonders erfreulich, einen Vorzeige-Betrieb zu beglückwünschen der beweist, dass man mit Einzelleistung über 25 Jahre Erfolg haben kann," betonte Leitl. Leider zeichnen die letzten Zahlen über die Konzentration im Lebensmittelhandel mit einem weiteren Abschmelzen ein besorgniserregendes Bild der Situation der heimischen Nahversorgung. Die Wirtschaftskammer, die sich als Sprecher und Anwalt der Nahversorger sieht, unternimmt daher zahlreiche Versuche, um diese dramatische Entwicklung zu stoppen.

Vor allem die kleinen Nahversorger sollen bei bürokratischen Aufgaben entlastet und bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder aktiv unterstützt werden. "Ein großer Schritt, um die Verödung der Ortskerne und damit den Kaufkraftabfluss zu verhindern, soll mit dem Post-Partner-Konzept gelingen", erklärt Leitl das zukunftsweisende Projekt, das die flächendeckende postalische Versorgung der österreichischen Bevölkerung weiterhin sicherstellen und gleichzeitig den Betrieben eine Steigerung ihrer Kundenfrequenz bringen soll: "Ich werde mich an alle Bezirkstellen der Wirtschaftskammern wenden, um die regionale Wirtschaft in die Postdienste einzubinden. Das wollen wir offensiv und positiv angehen". Schon lange hat sich Leitl für die Schaffung von "multifunktionalen Nahversorgern" eingesetzt. Neben der Kerntätigkeit sollte diesen Betrieben die Möglichkeit eingeräumt werden, in unbürokratischer Weise zusätzliche Dienstleistungen anzubieten und dadurch den Bestand ihres Unternehmens zu sichern. Nicht Mitleid oder Resignation helfen Nahversorger, sondern moderne Konzepte, die mit Hilfe von kreativen Marketing die Kundenbedürfnisse von heute ansprechen und damit eine Trendwende zu Gunsten der Nahversorger einleiten könnten, betont Leitl.

Auch im Einsatz neuer Technologien und eCommerce sieht Leitl eine echte Chance für die kleinen Nahversorger: "Anders als Großbetriebe können sie rascher und flexibler auf Kundenwünsche eingehen." Deshalb bemüht sich die WKÖ, möglichst alle österreichischen Unternehmen bis Jahresende ans Internet anzuschließen. Mit konkreten Initiativen sollen die Unternehmer außerdem beim Einstieg ins eBusiness unterstützt werden.

Eine weitere denkbare Maßnahme zur Existenzsicherung der Nahversorger wäre für den WKÖ-Präsidenten die Steuerpauschalierung, die derzeit nur für den Lebensmittelhandel und Drogisten gilt, auf weitere Handelsbranchen auszuweiten. Und auch bei der bevorstehenden Euro-Umstellung, die die nächste schwierige Hürde - vor allem für die Kleinbetriebe im Handel - darstellt, steht die Wirtschaftskammer ihren Mitgliedern mit zahlreichen Euro-Projekten und Informationen zur Seite.

Mehr als eine Viertelmillion Menschen haben kein Lebensmittelgeschäft mehr in ihrer Gemeinde. Die Wirtschaft will dieser Entwicklung aktiv entgegensteuern und neue Impulse geben. "Wir müssen im Spannungsfeld zwischen freiem Wettbewerb und dem Schutz gewachsener Strukturen ausreichende Existenzbedingungen insbesondere für Kleinbetriebe und Nahversorger schaffen, damit sie auch weiterhin ihren wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Lebensqualität leisten können", so Leitl abschließend. (EBK)

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