Dreharbeiten zur TV-Großproduktion "Napoleon" unter ORF-Beteiligung in Schönbrunn

Christian Clavier und Heino Ferch genießen den Dreh in Wien

Wien (OTS) - Am 21. Mai 2001 fiel bei Paris die erste Klappe zu
den Dreharbeiten des TV-Mehrteilers "Napoleon", seit 27. August filmt das hochkarätige Team in Österreich, gestern, am 30. August, war das Schönbrunner Schlosstheater die traumhafte Kulisse der mit einem Budget von 560 Millionen Schilling aufwendigsten europäischen TV-Produktion des Jahres. GMT und KirchMedia verfilmen mit Beteiligung des ORF den opulenten Vierteiler an insgesamt 120 Schauplätzen in fünf Ländern mit hochkarätigem internationalen Staraufgebot, darunter Gérard Depardieu, Isabella Rossellini, John Malkovich, Christian Clavier, Heino Ferch und der österreichische Shooting-Star Mavie Hörbiger.

Nach den Dreharbeiten im Schloss Hagenberg bei Poysdorf und einem freien Feld in der Nähe des niederösterreichischen Orts Wultendorf -dort trafen die Kutschen von Napoleon (Christian Clavier) und Marie-Louise (Mavie Hörbiger) aufeinander - stand gestern Vormittag im Schönbrunner Schlosstheater eine Szene mit Napoleon und zehn Offizieren in der so genannten "Kaiserloge" auf dem Drehplan. Am Nachmittag übersiedelte der Tross an einen anderen repräsentativen Ort in der Wiener Innenstadt - die Spanische Hofreitschule.

Österreich als Drehort
Dass beim opulenten Vierteiler "Napoleon" sowohl die schönsten Sehenswürdigkeiten der Bundeshauptstadt als auch historische Orte in Niederösterreich und im Burgenland als Kulisse dienen, freut die Programmintendantin des ORF, Mag. Kathrin Zechner, ganz besonders:
"Mit 'Napoleon' wurde einmal mehr bewiesen, dass der Filmstandort Österreich als Drehschauplatz internationaler Projekte äußerst attraktiv ist." "Napoleon" setzt die Reihe der vielen erfolgreichen europäische Filmprojekte, die bereits gemeinsam mit dem ORF in Österreich realisiert wurden, fort: So lockte 1998 die Stefan-Zweig-Verfilmung "Clarissa - Tränen der Zärtlichkeit" bis zu 934.000 Zuschauer vor die Bildschirme. Ein Jahr später wurde "Bergkristall - Verirrt im Schnee", eine Literaturverfilmung frei nach Adalbert Stifter, zum weihnachtlichen Publikumserfolg.

Dass eine internationale Topproduktion wie "Napoleon" für den Filmstandort Österreich besonders wichtig ist, bestätigt auch Arie Bohrer von der Location Austria, die im Vorfeld der Dreharbeiten maßgeblich daran beteiligt war, die verschiedenen Locations in Wien und Umgebung gemeinsam mit den Produzenten auszusuchen und Österreich somit für "Napoleon" schmackhaft zu machen: "Auch wenn das Schloss Schönbrunn nicht als solches in 'Napoleon' vorkommen wird", so Bohrer, "dass diese internationale Großproduktion hier zu Lande dreht, ist für den Wirtschaftsstandort Österreich enorm wichtig."

Impressionen vom Set
Ob Schönbrunn oder Hofreitschule, Christian Clavier, der auf die Rolle französischer Nationalhelden abonniert scheint und nach Asterix nun Napoleon spielt, fühlt sich in Österreich sehr wohl. So sagte er gestern anlässlich der Dreharbeiten im sonnigen Schloss Schönbrunn:
"Ich liebe Wien. Hier ist es wunderschön, im Winter wie im Sommer." Doch im Moment kann er die Schönheiten der Bundeshauptstadt kaum genießen - zu dicht ist der Drehplan und zu intensiv die Auseinandersetzung mit der Rolle: "Wir versuchen, uns von dem Klischee 'Napoleon' zu entfernen. Wir zeigen nicht nur seine Stärken, wir beleuchten in den insgesamt vier mal neunzig Minuten, in denen das Leben Napoleons gezeigt wird, auch die Schwächen eines großen Mannes." "Und für dieses komplexe Menschenbild ist Christian die ideale Besetzung", bestätigt Claviers Schauspielkollege Heino Ferch, der in "Napoleon" den Marquis de Caulaincourt, einen treuen Gefolgsmann des Korsen spielt. "Und er bringt eine Prise Humor in die an sich ernste Rolle", fügt Ferch hinzu. Clavier kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen und meint: "Es ist schon verblüffend: Wenn ich aus der Maske komme und im Kostüm bin, sehe ich Napoleon wirklich sehr ähnlich." Yves Simoneau ("Nuremberg"), der Regisseur des Vierteilers, geht sogar noch einen Schritt weiter:
"Christian Clavier wurde geboren, um Napoleon zu sein", sagte er in die relaxte Atmosphäre der Mittagspause am Set, die mit einem üppigen Büffet und gutem österreichischen Wein den Stress und die Konzentration beim Drehen für kurze Zeit vergessen lässt.

Dass der gebürtige Kanadier Simoneau mit einem französischen Superstar in der Titelrolle das Leben eines französischen Nationalhelden verfilmt, sieht er, Simoneau, gelassen: "Erstens gehört Napoleon nicht den Franzosen allein, und zweitens hilft es mir sogar, dass ich nicht französisch bin. Ich habe alles hinterfragt und mich viel mit der Figur 'Napoleon' auseinander gesetzt. Jeder kennt das Bild mit der Hand im Hemd. Aber was kommt dann? Wer war Napoleon wirklich? Auf dies Fragen Antworten zu finden, ist uns wichtig. Eines jedoch ist mir inzwischen klar: Napoleon war ein intelligentes, cleveres und aggressives Biest."

Napoleon zieht weiter
Nach Frankreich, Tschechien und Österreich - heute findet der Österreichdreh in der burgenländischen Burg Forchtenstein seinen Abschluss - als Drehschauplatz für "Napoleon" kommt als nächstes Land auch Ungarn zum Zug. Die Schlachten bei Austerlitz und Waterloo sowie der Russland-Feldzug werden im September in Ungarn gedreht. Bei den aufwendigen Schlachtszenen wird das ungarische Militär 10.000 Soldaten zur Verfügung stellen, was die unglaubliche Überzeugungskraft dieses Monumentalwerks garantiert. Wie aufwendig diese Produktion tatsächlich ist, veranschaulicht auch folgendes Beispiel: Trotz aller Schwierigkeiten ist es der Crew gelungen, für Landschaftsaufnahmen die britische, im Atlantik gelegene Vulkaninsel St. Helena als Drehort zu fixieren, auf die Napoleon 1815 verbannt wurde und auf der er bis zu seinem Tod im Jahre 1821 lebte. St. Helena ist heute Militärgebiet und nur alle zwei Wochen fährt ein kleines Schiff zur Insel.

"Napoleon" ist eine Produktion von GMT und KirchMedia für ORF, ZDF, France 2, RAI, Telecinco und A & E in Zusammenarbeit mit Kekchi Films Productions, Spice Factory, MA Films und ASP. Der Vierteiler wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2002 im ORF zu sehen sein.

(Fotos via APA)

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