Pressestimmen/Vorausmeldung/Aussenpolitik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Wenn Benita das Lächeln vergeht

Ausgabe vom 31. August 2001 Klagenfurt (OTS) - Wenn Benita das Lächeln vergeht - Mit einem Lächeln versucht Außenministerin Benita Ferrero-Waldner alle Widersprüchlichkeiten in ihrer politischen Performance zu übertünchen. Ihre Gesichtsgymnastik kann nur nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie aus der Rolle einer Repräsentantin nie in die einer politisch verantwortlichen Persönlichkeit hineingewachsen ist. Von einer solchen darf man - zumindest hin und wieder -eigenständige Entscheidungen, ein eigenwilliges Profil und politische Visionen erwarten. Von einer Handschrift ist bei der Dame, die die demokratische Schlüsselposition des Bundespräsidenten anstrebt, in letzter Zeit nichts zu spüren. Die multikulturell interessierte, überzeugte Europäerin unterordnet sich ohne Ausnahme allen möglichen Interessen. So versteckt sie sich hinter einem Regierungbeschluss, der vorsieht, dass Österreich bei der UN-Anti-Rassismus-Konferenz nicht durch die Außenministerin, sondern durch einen Botschafter vertreten wird. Ferrero-Waldner geht wie zuletzt in der Genua-Affäre auch diesmal vor dem Koalitionspartner in die Knie. Das Lob des FP-Generalsekretärs Peter Sichrovsky folgte auf dem Fuß. Dem Koalitionsklima tut diese Biegsamkeit sicher gut, nicht aber Österreich. Schon ob seiner düsteren Vergangenheit hat dieses Land eine Verpflichtung, Strategien im Umgang mit dem Rassismus der Gegenwart zu entwickeln. Einer UNO-Rassismuskonferenz mit Geringschätzung zu begegnen, ist eine merkwürdige Strategie. Diese politische Dimension zu erkennen, wäre Aufgabe einer Außenministerin, der auch ab und zu das Lächeln vergeht.

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