"Kleine Zeitung" Kommentar: "Pannenstreifen" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 31.08.2001

Graz (OTS) - Blinder Eifer schadet, ein allzu forciertes Tempo führt auf den Pannenstreifen. Das gilt im Privatleben wie für die Politik. Bei der Ambulanzgebühr scheint sich diese Volksweisheit wieder einmal zu bestätigen.

Man hat sie bei der Einführung als Lenkungsmaßnahme deklariert. Weg von den teuren Spitälern, hin zu den günstigeren Ordinationen wollte die Regierung die Patienten bringen. Dass das greift, ist noch nicht absehbar.

Klar ist schon, dass die Nebenabsicht, mit der Gebühr dem kranken Gesundheitssystem eine Milliarde zuzuleiten, daneben gegangen ist. Die ersten Vorschreibungen, die im September hätten verschickt werden sollen, werden ausbleiben. Keine Formalfehler im Gesetz, wie beim ersten Startversuch, sind diesmal die Ursache. Der Datenaustausch zwischen den Spitälern und den Kassen - somit letztlich die Verwaltung - hat nicht funktioniert. Aber die braucht halt auch ihren Vorlauf.

Die Politik sollte aus der Pannenserie eine Lehre ziehen. Auch Maßnahmen, über deren Sinn man sich unterhalten muss, kann man nicht übers Knie brechen. Sie sind sorgfältig vorzubereiten. Autos, die ständig auf Pannenhilfe angweisen sind, sind ein Graus. ****

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