GPA schließt mit Bankenverband Kollektivvertrag über die Arbeitsbedingungen bei der EURO-Einführung ab

Regelung nur für Banken erreicht, Sparkassen und andere Bereiche noch säumig

Wien (GPA/ÖGB). Nachdem die Euro-Kollektivvertragsverhandlungen Anfang Juli am Widerstand des Sparkassenverbandes gescheitert sind, konnte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) mit dem Bankenverband nun eine Einigung erzielen. Ingrid Streibel-Zarfl, Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Banken in der GPA, zieht eine positive Bilanz: "Verhandeln zahlt sich aus. Die Chancen für eine Einigung standen schlecht, nachdem die gemeinsamen Verhandlungen mit Sparkassen- und Bankenverband im Juli geplatzt waren. Erfreulicherweise ist der Bankenverband an den Verhandlungstisch zurückgekommen. Mit klaren Rahmenbedingungen für die MitarbeiterInnen sind nun doch noch die Voraussetzungen für einen ordnungsgemäßen Umtausch termingerecht geschaffen."++++

Als die Phase der stärksten Belastungen im Zuge der Euro-Bargeldeinführung wird die Zeit von 17. Dezember 2001 bis inklusive 20. Jänner 2002 angenommen. Für die besonders erschwerten Arbeitsbedingungen in diesem Zeitraum gibt es zur laufenden Entlohnung eine zusätzliche Abgeltung von 17,-- Euro pro Arbeitstag für Angestellte, die direkt oder indirekt überwiegend mit dem Umtausch beschäftigt sind. Darüber hinaus gibt es für Arbeitsleistungen ab der elften Stunde einen Zuschlag von 8,-- Euro pro Stunde. Für Arbeiten an Samstagen, Sonn- und Feiertagen gebührt neben der Überstunden-Entlohnung ein Zuschlag von 8,-- Euro pro Stunde. Arbeitseinsätze am 1. Jänner bis zu vier Stunden werden 40,-- Euro, über vier Stunden mit 80,-- Euro zusätzlich zur Überstunden-Abgeltung entlohnt. In diesem Zeitraum wird Wochenend-und Feiertagsarbeit ermöglicht. Die tägliche Arbeitszeit kann über Betriebsvereinbarung auf maximal zwölf Stunden ausgedehnt werden.

Mit dieser Einigung ist der GPA der Abschluss eines Kollektivvertrages gelungen, der sowohl auf die wirtschaftliche Notwendigkeit Rücksicht nimmt, als auch die besondere Belastung der Bankangestellten im Umstellungszeitraum würdigt. Verhandlungsführerin Ingrid Streibel-Zarfl: "Dieser Kollektivvertrag ist ein wesentlicher Motivationsfaktor für die MitarbeiterInnen, die schwierige Phase der EURO-Umstellung engagiert im Interesse der Bankkunden zu bewältigen. Vielleicht erkennen nun endlich auch die anderen Geldinstitute die Wichtigkeit einer Vereinbarung mit der Gewerkschaft zum Wohle der Angestellten und der Kunden."

Günter Benischek, stellvertretender GPA-Vorsitzender und selbst aus dem Bereich der Sparkassen, gratulierte seinen KollegInnen aus dem Bankenbereich zum Abschluss dieses Kollektivvertrages. Er geht davon aus, dass dieses konstruktive Beispiel des Bankenverbandes nun zu verstärktem Druck auf jene Verbände führt, die bisher nicht abschlussbereit waren. So könnte es auch bei den Sparkassen sowie den Volks-, Hypo und Raiffeisenbanken noch zu einem Umdenken kommen, wodurch die Chancen für die GPA, mit diesen Verbänden zu einem Abschluss zu kommen, steigen, denn für 70 Prozent der Beschäftigen im Kreditbereich gibt es noch keine kollektivvertragliche Regelung.

ÖGB, 30. August 2001
Nr. 704

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