Forstinger: "LKW-Maut wird teurer"

Vorausmeldung zum morgen erscheinenden Industriemagazin

Wien (OTS) - In einem Exklusivinterview mit dem
INDUSTRIEMAGAZIN sprach Infrastruktur-Ministerin Monika Forstinger über den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Österreich. Einen konkreten Plan wird es erst zum Jahreende geben, die LKW-Maut wird jedenfalls teurer als erwartet.

Bislang sei immer von einer LKW-Maut in der Höhe von zwei Schilling pro Kilometer die Rede gewesen, sie wolle jedoch "über eine höhere Maut diskutieren". Das sagte Infrastruktur-Ministerin Monika Forstinger in einem Interview mit dem Österreichischen Industriemagazin.

Sie habe "sehr klare Vorgaben und einen sehr klaren Zeitplan" für eine synchrone Einführung des Mautsystems mit Deutschland, an dessen Mauthöhe sie sich orientieren werde. Mittlerweile hätten neun Konsortien Angebote gelegt, acht davon seien in die zweite Verhandlungsstufe gekommen. Ab September werde eine unabhängige Jury die Angebote überprüfen. Forstinger dementierte, daß die LKW-Maut ein Probelauf für eine PKW-Maut sei. Letztere sei politisch nicht umsetzbar. Einen Verkehrswegeplan, in dem alle Infrastrukturaktivitäten koordiniert werden, will die Ministerin bis zum Jahresende vorlegen. Alle von Ländern und Gemeinden eingereichten Wunschvorhaben würden in Summe 400 Milliarden Schilling (29,1 Milliarden Euro) kosten.

ÖBB-Vorstand.

Über den ehemaligen ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler sagte Forstinger, seine Managementleistung sei zwar unbestritten gut gewesen, "Tatsache ist aber, dass ich mit Helmut Draxler nicht kommunizieren konnte." Mit dem neuen ÖBB-Vorstand gäbe es jetzt "im Gegensatz zu früher eine gute Zusammenarbeit. Sie erwarte sich, daß er den Personenverkehr stärker forciere.

Strommarkt: Nur mehr kleine Preissenkungen zu erwarten

Für die Kunden bringt die Strommarkt-Liberalisierung am 1. Oktober nur mehr geringe Preissenkungen. Salzburg AG-Vorstandschef Arno Gasteiger spricht von 300 Schilling Spielraum, den die Energieversorger bei Kleinkunden noch hätten.

Billiger wird der Strom - trotz Schwärmerei der Anbieter für die Marktliberalisierung - vorerst nicht mehr werden. Das ist das Fazit einer Expertenrunde, bei dem führende Manager der Strombranche mit dem Österreichischen Industriemagazin diskutierten. Sie erwarten sich für Haushalte einen Preisvorteil von 300 Schilling auf die Jahresabrechnung. Diese Meinung vertreten nicht nur etablierte Anbieter wie die Salzburg AG oder die BEWAG, sondern auch die neuen Stromlieferanten wie EnBW oder Switch.

Die große Reduktion der Stromkosten hat für die meisten Stromkunden bereits im Vorfeld der Liberalisierung stattgefunden. Großkunden konnten in den vergangenen Monaten Preissenkungen zwischen 20 und 50 Prozent aushandeln, die KMU profitierten wie nahezu jeder Haushalt davon, dass jeder Anbieter seiner Kundschaft preislich entgegen kam. Heute steht der durchschnittliche Strompreis bei 50g/kWh, bei rund 45 g/kWh sind die Energieversorger an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Eine weitere Preissenkung wird erst die Liberalisierung der Netztarife Ende 2002 bringen. Die Gebühren für die Durchleitung der Energie machen heute noch einen Großteil der Kosten für die Endverbraucher aus.

IM-Pressesprecher-Ranking 2001: Randolf Fochler bester Pressesprecher

Rund vierzig Journalisten aus den großen Wirtschafts-Redaktionen Österreichs wählten für das INDUSTRIEMAGAZIN Böhler-Uddeholm Konzernsprecher Randolf Fochler erneut zum Pressesprecher des Jahres. Benotet wurden neben der aktiven und reaktiven Pressearbeit auch das Informationsniveau und die journalistischen Fähigkeiten.

Zum ersten Mal seit Einführung des "IM-Pressesprecher-Rankings" vor vier Jahren fiel das Ergebnis derart eindeutig aus: Fochler wurde von den befragten Journalisten sowohl in den Kategorien "Informationsniveau" und "Journalistische Fähigkeiten", als auch in den Disziplinen "Aktive" und "Reaktive Pressearbeit" auf die Wertungsspitze gereiht. Damit war dem Vorjahressieger erneut der Stockerlplatz als "Bester Pressesprecher 2001" sicher. Platz zwei ging an BA/CA-Pressechef Martin Hehemann, gefolgt von Porsche-Holding-Sprecher Hermann Becker.

Die besten Pressesprecherinnen sind Beate McGinn (Philips, Platz 6), Bettina Gneisz-Al-Ani (OMV, Platz 7) und Manuela Bruck (Max.mobil, Platz 8).

Schlechte Noten für seine Pressearbeit steckte Hamburger-AG-Chef Thomas Prinzhorn ein: da sich sein Konzern keinen eigenen Mitarbeiter für die Journalistenbetreuung leistet, wurde der Vorstand bewertet und fiel prompt durch: mit der Note 3,65 ging der letzte Platz (55) an den Nationalratspräsidenten und Konzernchef.

Vivendi-Tochter Connex steigt in Österreich ein

Die Bahntochter des Vivendi-Konzerns, Connex, bewirbt sich um die Nebenstrecken der ÖBB. Sie soll den Boden für die französische Muttergesellschaft ebnen, die ins Geschäft mit den Kommunen einsteigen will.

Connex, die Bahntochter des französischen Vivendi-Konzerns bewirbt sich um die Nebenbahnen der ÖBB. In den kommenden Wochen wird auch eine Niederlassung in Wien eröffnet. Insgesamt schreiben die Bundesbahnen 220 Kilometer des sogenannten C-Netzes, also unprofitable Nebenstrecken aus. Connex will auf Strecken wie etwa der Mariazellerbahn das "Kosten-Nutzenverhältnis optimieren", sagt Geschäftsführer Günther Zobel. Er plant dazu unter anderem auch Güterverkehr auf die Schiene zu bringen.

Das Interesse des Vivendi-Konzerns beschränkt sich freilich nicht nur auf das Geschäft mit abgewirtschafteten Eisenbahnstrecken. So hat sich die Mutterfirma auf kommunale Dienstleitungen spezialisiert. Konzernzweige sind in der Wasserver- und *entsorgung, aber auch im Energie- und Facility-Management, sowie in der Entsorgung und im Recycling tätig. Mit dem Engagement auf den Nebenbahnen durch Connex hoffen die Franzosen, am österreichischen Markt Fuß zu fassen. "Wir haben Interesse an städtischen Verkehrsbetrieben", hält Zobel mit seinen Absichten nicht hinter dem Berg. Da sei natürlich viel mehr Geld drinnen als bei den Regionalbahnen. In Deutschland kooperiert Connex bereits mit 17 lokalen Verkehrsbetrieben.

Sollte Connex mit österreichischen Stadtverwaltungen ins Geschäft kommen, wären natürlich auch sofort die anderen Unternehmenszweige von Vivendi auf dem Plan. "Dank unserer Konzernbetriebe können wir den Gemeinden maßgeschneiderte Pakete für eine Vielzahl von öffentlichen Aufgaben bieten", reibt sich Zobel die Hände.

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