Lainzer Tunnel - Die Sicherheit der Passagiere ist nicht gewährleistet

Wien (OTS) - In der französischen Tageszeitung "Le Figaro" ist in der Ausgabe 4./5. August 2001 ein Bericht des INERIS (Institut national de l'environnement et des risques industriels) veröffentlicht worden, gemäß welchem ein bei Marseilles befindlicher einröhriger, zweigleisiger Eisenbahntunnel mit einer Länge von etwa 7,8 km deshalb den Erfordernissen auf Sicherheit nicht entspricht, da er keine Absaug- bzw. Ventilationsanlagen aufweist, weswegen im Falle eines Brandes die Passagiere "keine Chancen" zum Überleben hätten.

Beim Lainzer Tunnel sind zwar von der Wr. Feuerwehr Absaug- bzw. Ventilationsanlagen gefordert worden. Allerdings ist dieser Forderung nicht entsprochen worden. Vielmehr sind seitens der Behörde in Abständen von etwa 500 m vorgesehene Rettungsschächte für die Selbstrettung als hinreichend festgestellt worden. Abgesehen davon, daß diese Rettungsschächte in der überwiegenden Mehrzahl nur an das nordöstliche Gleis anbinden, wird durch derartige Rettungsschächte eine Kaminwirkung bedingt, welche deren Benützung zur Selbstrettung ausschließt. Im Falle eines Brandes haben somit auch im Lainzer Tunnel die Passagiere kaum eine Chance zum Überleben.

Entgegen diesbezüglicher Behauptungen kam der Wr. Feuerwehr im eisenbahnrechtlichen Verfahren des Lainzer Tunnels nicht die Stellung eines Sachverständigen zu, sondern hatte sie ausschließlich beratende Funktion. Irgendeine Verantwortung für die Passagiere wurde seitens der Wr. Feuerwehr schriftlich abgelehnt, wobei festgestellt wurde, daß diese ausschließlich bei den ÖBB bzw. beim Verkehrsministerium liegt.

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