Österreich, Tschechien und Slowakei wollen March und Thaya gemeinsam schützen

23.000 Hektar in den March-Thaya-Auen sollen zu grenzüberschreitendem "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" erklärt werden

Wien/Zidlochovice (OTS) - Die March-Thaya-Auen in Österreich, Tschechien und der Slowakei sollen zu einem gemeinsamen, länderübergreifenden Schutzgebiet gemäß dem weltweiten Ramsar-Abkommen zur Erhaltung von Feuchtgebieten erklärt werden. Das haben Vertreter der Umweltministerien der drei Staaten heute, Donnerstag, auf Schloss Zidlochovice in Tschechien durch die Unterzeichnung eines entsprechenden Übereinkommens vereinbart. Die internationale Ramsar-Konvention wurde übrigens heuer vor 30 Jahren unterzeichnet.

In den drei Staaten existiert schon jeweils ein Ramsar-Gebiet in den March-Thaya-Auen. Die österreichischen Flächen umfassen 130 Quadratkilometer, die slowakischen und tschechischen jeweils 50. Nun sollen die drei aneinander grenzenden Gebiete zu einem länderübergreifenden Ramsar-Gebiet vereint werden.

Das heute unterzeichnete Abkommen der drei Staaten hält die gemeinsamen Ziele zur Erhaltung der Auenlandschaft fest. Geplant sind unter anderem die Zusammenarbeit bei Naturschutzprojekten, gemeinsame Richtlinien für die Betreuung des Gebiets und Einrichtungen zur Information der Besucher.

Das künftige länderübergreifende Ramsar-Gebiet beginnt im Süden beim Zusammenfluss von Donau und March bei Hainburg/Pressburg und erstreckt sich auf österreichischer Seite in nördlicher Richtung über Angern und Hohenau bis Bernhardsthal. In der Slowakei reicht es etwa bis Hodonin, in Tschechien bis in die Region um Poherelice und Mikulov.

Die Ramsar-Konvention, die am 2. Feber 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet wurde, dient dem Schutz und der Erhaltung von international bedeutsamen Feuchtgebieten. Dem Abkommen unterliegen weltweit 1.080 Fluss-, See-, Moor- und Aulandschaften, zehn davon in Österreich. Ein elftes Gebiet, die steirisch-südburgenländischen Lafnitz-Auen, dürfte noch heuer nominiert werden.

Die 1.080 Gebiete umfassen insgesamt eine Fläche von rund 790.000 Quadratkilometern. 650 Ramsar-Gebiete liegen in Europa. Erst zwei davon erstrecken sich auf drei Staaten: Eines haben Deutschland, die Niederlande und Dänemark am Wattenmeer bei Wilhelmshaven eingerichtet, das zweite liegt an den Prespa-Seen im Dreiländereck von Griechenland, Albanien und Mazedonien.

In ihrem Bestand gefährdete Ramsar-Gebiete werden in der so genannten "Montreux-Liste" geführt, die derzeit 59 Objekte umfasst. Eines dieser gefährdeten Gebiete sind auch die March-Thaya-Auen.

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