ARBÖ: Schulbeginn- das große Zittern beginnt in vier Tagen

Eltern nützt das Wochenende um mit den Kindern den Schulweg zu üben -Schulanfänger nicht mit dem Rad zur Schule

Wien (ARBÖ) - Für rund 470.000 Kinder beginnt am Montag wieder die Schule. Für viele Taferlklassler in Wien, Niederösterreich und Burgenland ist das der erste Schritt in die Mobilität und zu mehr Selbstständigkeit. Die ARBÖ Verkehrssicherheitsexperten erinnern daran, dass sich die Kinder an diese "Neuigkeiten" und ganz besonders auf den Weg zur Schule erst gewöhnen und damit vertraut werden müssen. Die ARBÖ-Verkehrsexperten ersuchen daher die Eltern, dass sie am Wochenende nochmals mit ihren Kindern den Schulweg in Ruhe abgehen und die wichtigsten Verhaltensregeln wiederholen.

Wochenende zum Üben nützen

"Mit den Kindern den Schulweg in Ruhe mehrmals abgehen, Verhaltensregeln beachten lernen. Sich Zeit nehmen, nicht zu spät von zu Hause weggehen und mit den Kindern den sichersten Weg herausfinden", sind laut ARBÖ-Verkehrsexperten Mag. Kurt Sabatnig die wichtigsten Regeln für einen erfolgreichen und sicheren Schulbeginn.

Folgende Verhaltensregeln sind laut ARBÖ einzuhalten:
* Nehmen Sie sich Zeit für das Abgehen des Schulweges
* Nehmen Sie zugunsten der Sicherheit kleinere Umwege in Kauf
* Stark befahrene Straßen immer an gesicherten Überwegen (Ampeln, Zebrastreifen) überqueren
* zugeparkte Stellen bei der Straßenüberquerung meiden
* Gehen Sie nicht zu spät von zu Hause weg, um mit den Kindern den sichersten Weg heraus zu finden
* bevor Ihr Kind allein gehen darf, sollte der Weg gemeinsam mehrmals - je nach Länge und Schwierigkeit des Weges - abgegangen werden
* lassen Sie sich von Ihrem Kind führen, um zu sehen was es bereits kann und in welchen Situationen es noch unsicher ist

Der "Taferlklassler"-Test

Der Schulbeginn ist für Ihr Kind ein Schritt zu mehr Selbständigkeit. Aber aller Anfang ist schwer. So stellen Sie fest, ob Ihr Kind schon "verkehrssicher" ist:

  • Hält das Kind am Gehsteigrand?
  • Hält das Kind auch an der Sichtlinie, wenn es bei geparkten Autos durchgehen möchte?
  • Sieht sich das Kind jedes Mal nach links, rechts und noch einmal nach links um?
  • Schaut das Kind bei Kreuzungen auch auf den von hinten kommenden Verkehr?
  • Geht das Kind gerade über die Fahrbahn?
  • Verhält sich Ihr Kind auch noch richtig, wenn es abgelenkt wird?

Kinder im Auto immer gesichert befördern

Mag. Sabatnig: "Neben viel Freude an Bewegung und Unabhängigkeit bringt der Schulweg natürlich auch ein erhöhtes Maß an Unfallgefahr mit sich. Viele Kinder werden auch von den Eltern mit dem Auto in die Schule und in den Kindergarten gebracht. Die Erziehungsberechtigten sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder im Auto immer gesichert mitfahren. Für jedes Kind muss ein eigener Sitzplatz und eine der Größe sowie dem Gewicht des Kindes entsprechende Rückhalteeinrichtung vorhanden sein."

Schulanfänger nicht mit dem Rad in die Schule

Man kann auch annehmen, dass auch für den Schulweg wieder die Micro-Scooter benützt werden. Eine neue Gefahrenquelle? Wenn man die Geräte im Fachhandel gekauft hat, kann man wenigstens sicher sein, auf geprüften und im Material einwandfreien Rollern zu flitzen - was bei den No-Name- Billigkopien nicht immer der Fall ist. Die ARBÖ-Verkehrsjuristen erinnern: Die Roller dürfen übrigens auf Gehsteigen verwendet werden, nicht jedoch auf Radwegen oder auf der Fahrbahn.

Zahlreiche Kinder werden den Schulweg auch mit dem Fahrrad bewältigen. Unter keinen Umständen sollten Schulanfänger mit dem Fahrrad zu Schule fahren, warnt der ARBÖ. "Auch wenn sie sich nach Wochen bereits an die neuen Aufgaben und Umgebung gewöhnt haben, sollte das Rad im Keller bleiben, sofern verkehrsfreie und sichere Wege nicht zur Verfügung stehen", so Mag.Sabatnig.

Zur Erinnerung: Erst ab einem Alter von zwölf Jahren dürfen Kinder allein auf öffentlichen Straßen mit dem Rad unterwegs sein. Unter zwölf Jahren muss eine mindestens 16jährige Aufsichtsperson das Kind mit dem Rad begleiten. Zehnjährige dürfen dann ohne Aufsichtsperson auf einer öffentlichen Verkehrsfläche Rad fahren, wenn sie einen Radfahrausweis besitzen. Radfahrkurse werden vom ARBÖ in Wien und Niederösterreich durchgeführt.

Erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer gefordert

Den Autofahrern legt ARBÖ-Verkehrsexperte Mag. Sabatnig ans Herz:
"Rechnen Sie ab Montag verstärkt mit Kindern auf den Straßen und bei Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel. Fahren Sie stets bremsbereit. An einem haltenden Schulbus, der durch Blinklichter gekennzeichnet ist, darf nicht vorbeigefahren werden, da mit plötzlich hervorlaufenden Kindern zu rechnen ist."

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