Radeln mit Kind on board - Vorschriften und Sicherheitstips

Kindersitz oder Fahrradanhänger - das ist für viele Eltern die Frage. Mit der neuen Fahrradverordnung haben sich auch die Rahmenbedingungen des Kindertransports verändert - zum besseren Schutz der Kinder. Das Institut "Sicher Leben" informiert über Do’s und Don’ts des Radelns mit Anhang

Wien (OTS) Unterwegs sein als Beifahrer am elterlichen Fahrrad ist für viele Kinder ein Vergnügen - egal ob zum Einkaufen oder bei einem Ausflug. Nicht immer ohne Risiko: Ca. 100 Kinder im Kindersitz werden jährlich bei Fahrradunfällen so schwer verletzt, daß sie im Spital behandelt werden müssen. Besonders gefährlich sind die jetzt verbotenen Sitze vorne an der Lenkstange: Bei einem Zusammenstoß ist das Kind völlig ungesichert. Aber auch alte Kindersitze auf dem Gepäckträger bieten oft keinen ausreichenden Schutz: Immer wieder gibt es schwerste Verletzungen, wenn Kinder mit den Beinen in die Speichen des Rades geraten. "Die neue Fahrradverordnung sieht neben Änderungen der technischen Ausstattung der Fahrräder auch Erleichterungen für die Verwendung von Fahrradanhängern zum Kindertransport vor", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben". "Die Verwendung derartiger Anhänger hat gegenüber den am Rad montierten Kindersitzen eindeutige Sicherheitsvorteile."

Anhänger: Ausrüstungsbestimmungen statt Bewilligungspflicht
Die bisher für Anhänger zum Personentransport notwendige Bewilligung der Behörde fällt weg, dafür gibt’s zusätzliche Ausrüstungsbestimmungen: Anhänger müssen künftig auch mit einem vom Fahrrad unabhängigen roten Rücklicht, vorne weißen, hinten roten und und seitlich gelben Rückstrahlern ausgerüstet sein. Geeignete Rückhalteeinrichtungen für Kinder - die meisten Anhänger sind für 2 Kinder - , eine mindestens 150 cm lange, biegsame Fahnenstange mit leuchtfarbenem Wimpel und eine Feststellbremse oder Radblockiervorrichtung sind neuestens Pflicht. Daß sich die Kinder aus dem Anhänger beugen, die Fahrbahn berühren oder in die Speichen kommen können muß durch eine entsprechende Sicherheitsvorrichtung verhindert werden. Fahrräder, die einen Anhänger ziehen, benötigen einen Fahrradständer. Wer übrigens für einen Anhänger bereits eine Bewilligung der Behörde zum Personentransport besitzt, ist von den Neuregelungen nicht betroffen, muß den Bescheid aber bei jeder Beförderung mitführen.

Erhöhte Sicherheit im Kindersitz
Auf einem Fahrrad darf seit 1. Mai 2001 nur mehr maximal 1 Kind befördert werden. Der dazu notwendige Kindersitz für Kinder unter 8 Jahren darf nur mehr hinter dem Sattel befestigt werden und muß mit einem vom Kind nur schwer zu öffnenden Gurtsystem ausgestattet sein. Ein verpflichtender höhenverstellbarer Beinschutz, Fixierriemen für die Füße und eine Kopflehne sollen die Sicherheit des Kindes während des Transports zusätzlich erhöhen. "Hinter dem Fahrer ist ein Kind jedenfalls besser geschützt. Es kann nicht hinausgeschleudert werden, die Schale des Sitzes bietet Schutz bei einem Sturz und weder Fahrrad noch Fahrer können auf das Kind fallen. Alte z.B. am Lenker montierte Kindersitze entsorgt man am besten sofort. Mit einem neuen Kindersitz soll man eine Probefahrt abseits der Straße absolvieren, um sich an die veränderte Fahrsituation mit Kind zu gewöhnen und nachher die korrekte Montage nochmal prüfen", rät Dr. Kisser. "Ein kompletter Speichenschutz sowie das Schließen der Gurten und Fußriemen auch bei kurzen Wegen verhindert, daß sich die Kinder an den Speichen verletzen."

Sicherheitstips für Fahrradanhänger und Kindersitz:
- Die Kupplung soll möglichst tief direkt am Rahmen befestigt sein und über eine Abreißsicherung verfügen.

- Das Kurvenfahren mit Anhänger ist gewöhnungsbedürftig: Die Art der Kupplung bestimmt, wie schnell enge Kurven gefahren werden können, bei zu hohem Tempo könnte der Anhänger kippen.

- Ein zusätzlicher Rückspiegel ermöglicht Kontrolle über Anhänger und Kind.

- Überprüfen Sie die Bremsanlage des Fahrrads, bevor Sie im Verkehr fahren.

- Egal, ob Sie sich für einen Kindersitz oder einen Anhänger entscheiden, die Gurten (und Fußriemen) müssen immer fest zu sein und einen Helm sollte Ihr Kind auf jeden Fall tragen - genauso wie der Radler selbst.

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Mag. Susanne Steinböck
Tel.: (01) 71 770/225Institut Sicher Leben

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