Pressestimmen/Vorausmeldung/ÖGB "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Kampflust und Bequemlichkeit

Ausgabe vom 30. August 2001 Klagenfurt (OTS) - "Der ÖGB-Spitze fehlt die Kämpferqualität und der Mut zum Risiko" konstatiert der streitlustige Tiroler AK-Chef Dinkhauser. Und er konstatiert korrekt. Kämpferqualität und Risikofreude - wann ist die Gewerkschaft zuletzt darüber gestolpert? Oder anders gefragt: Wann ist ihnen die Kampfeslust abhanden gekommen? Es wäre fatal, hätte sie sich im Laufe der Jahre still und heimlich davongeschlichen. Gerade so, wie es die Bequemlichkeit andersrum tut. Sich ausrasten am satten Polster... Und es ist in der Tat fatal: Bequemlichkeit hat über Aufmüpfigkeit obsiegt: Und - was derzeit weit schwerer wiegt: Selbstkritik wurde zum Fremdwort. Nicht einmal heute, angesichts eines wahren Bombardements gegen Gehälterauffettung, schwarze Schafe und festgefahrene Strukturen schafft man den kritischen Blick gegen sich und das System. Das Urteil muss wahrlich kein vernichtendes sein. Was man erwartet, ist vielmehr der erste kritische Blick. So, wie es mit Dinkhauser der Wiener Bürgermeister Michael Häupl getan hat: Weit entfernt von einem Rundumschlag - wie ihn die FPÖ in einem Killerinstinkt praktiziert -hat Häupl die Kritik auf den rechten Platz gerückt. Und damit das getan, was man sich vom ÖGB-Präsidenten erwartet hat: das Eingeständnis von Fehlern. Ein Eingeständnis, mit dem er sich freigespielt hätte für den Konter. Für einen glaubhaften Konter. Und damit für ein schlagkräftiges Durchstarten hin zu neuem Tun. Schlagkräftig, weil die eigenen Reihen wieder an die Zukunft glaubten ...

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