Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Gehälter "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Des Präsidenten Gehalts-Fehlpass

Ausgabe vom 29. August 2001 Klagenfurt (OTS) - Des Präsidenten Gehalts-Fehlpass - Politiker und Funktionäre wollen künftig nur dann fürstlich entlohnt werden, wenn sie "ins Tor treffen", nimmt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, Anleihe am Fußballplatz und liefert solcherart auch einen Beitrag zur Gehälterdebatte. Konkret sollen nur jene Volksvertreter zu einem 100-prozentigen Salär kommen, die ‚Erfolg‘ haben. Weil die Goals im Polit-Alltag aber doch schwerer nachzuweisen sind als auf dem Fußballfeld, und um die Entscheidung nicht doch ganz und gar dem Stammtisch bzw. dem Volkszorn zu überlassen, schlägt Leitl vor, "objektive Wirtschaftsdaten" zum Gradmesser zu machen. Da fängt das Dilemma aber schon an: In Zeiten der wirtschaftlichen Flaute wird es dann wohl schwer werden, "Blöde" zu finden, die ihren Kopf hinhalten und Krisenfeuerwehr spielen. Zudem dürfte es niemanden klarer sein als Herrn Leitl, wie wenig die Entscheidungen Einzelner gegen globale Krisen ausrichten können. Dazu kommt, dass die Früchte wirtschaftspolitischer Weichenstellungen in den meisten Fällen nicht von denen geerntet werden, die die Weichen gestellt haben, sondern von deren Nachfolgern. Wenn Leitl allerdings meint:"Wenn alle leiden, soll es auch die Politiker treffen", so könnte das angesichts der "Abgehobenheit" mancher Volksvertreter durchaus ein Anstoß zum Nachdenken sein. Je weiter die Kluft zwischen den Gehältern der Manager und jenen der "Normalsterblichen" wird, desto fremder wird denen, die sie eigentlich vertreten sollen, die Welt, in der Letztere leben.

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