OeNB - Vize-Gouverneurin Dr. Tumpel-Gugerell: Vorbereitungen auf Basel II müssen bereits heute beginnen

Wien (OTS) - !!! S P E R R F R I S T : MITTWOCH 29. AUGUST 2001, 9.00 UHR !!!

"Bei Vorbereitungsmaßnahmen für die neuen Basler Eigenkapitalbestimmungen dürfe man keine Zeit verlieren",
betonte die Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen
Nationalbank, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, im Rahmen des diesjährigen Alpbacher Bankenseminars. Der Aufruf nach
intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema Basel II richtete
sich dabei gleichzeitig an die Vertreter der Geschäftsbanken,
wie auch an die Finanzmarktaufsicht selbst. Die korrekte Einschätzung der Risikosituation von Banken, die mit dem neuen Basler Regelwerk erwirkt werden soll, stelle eine zentrale Voraussetzung für die Wahrung der Finanzmarktstabilität dar. Bereits durch die Ankündigung von Basel II sei heute schon eine intensivere Beschäftigung der Banken mit ihrer Risikolandschaft
zu bemerken und damit ein wichtiger Fortschritt gemacht. Die Aufsicht müsse sich im Zusammenhang mit Basel II von der reinen Gesetzesprüfung hin zu einer qualitativen Einschätzung und Beurteilung von Risiken für die Finanzmarktstabilität
entwickeln. Je marktnäher die Bewertung möglicher Risiken
erfolge desto mehr rücke auch die Bewahrung der Systemstabilität in den Mittelpunkt der Aufsichtstätigkeit.

Der Aufsicht müssen ausreichende Ressourcen zur Verfügung gestellt und in das Know-how der Aufseher sei weiter zu
investieren, so Tumpel-Gugerell. Das BMF, die neue FMA und OeNB würden diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Die Aufgabe der Oesterreichischen Nationalbank ist es in diesem
Zusammenhang, ihr technisches Wissen und die langjährige
Erfahrung bestmöglich einzubringen. Die OeNB biete den Geschäftsbanken darüber hinaus in zahlreichen Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der WKÖ eine Orientierungshilfe in der Vorbereitung auf Basel II.

Die Fortschritte der Beitrittskandidaten in ihren
Vorbereitungen auf einen baldigen EU-Beitritt seien
beachtenswert, führte Tumpel-Gugerell in ihrem Vortrag vor Spitzenvertretern der internationalen Finanzwelt weiter aus.
Hierbei müsse allerdings jede einzelne Volkswirtschaft mit ihren Stärken und Schwächen für sich beurteilt werden. Im Bereich der Finanzdienstleistungen sei es wichtig, die nationale
Gesetzgebung den geltenden EU-Bestimmungen anzupassen. Damit
sollen mehr Transparenz und eine höhere Sicherheit für Kapitalanleger erzielt werden. Die Finanzaufsicht müsse sich
auch in den Beitrittsländern an den international geltenden Standards orientieren, da nur auf diese Weise das Vertrauen internationaler Investoren und die Finanzmarktstabilität
erhalten werden kann.

Eine Unterstützung in diesem Prozess der Anpassung der Finanzgesetzgebung und der Aufsichtsorgane sollen auf EU-Ebene
die sog. "EU Peer-Review"-Einschätzungen darstellen. Dabei evaluieren die bestehenden EU-Staaten, darunter auch Experten
der OeNB, die Aufsichtssysteme in den Beitrittsländern.
Entdeckte Schwachstellen des Systems sollen dann mit
Unterstützung der Experten beseitigt werden. Als weiteren
wichtigen Bestandteil der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
der Finanzaufseher hob Tumpel-Gugerell den Abschluss sog.
"Memoranda of Understanding" hervor, in denen
Informationsaustausch und Zusammenarbeit von nationalen Aufsichtsbehörden geregelt werden. Österreich habe bereits ein Memorandum of Understanding mit Slowenien abgeschlossen. Mit der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik und Polen
stehe man in Verhandlungen.

B I T T E D I E S P E R R F R I S T :
MITTWOCH 29. AUGUST 2001, 9.00 UHR
B E A C H T E N ! ! !

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