Schulmilch-Lieferanten halten Preisanpassungen für notwendig

Verordnete Höchstpreise zum Teil nicht kostendeckend

Wien, 28. August 2001 (AIZ). - Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer hat kürzlich in einer Beihilfen-Verordnung neue Höchstpreise für Schulmilch festgelegt. Wie berichtet, beträgt dieser Höchstpreis beispielsweise für eine Viertelliterpackung Vollmilch 0,35 Euro (ATS 4,82) und für Kakao, Vanillemilch, Erdbeermilch 0,40 Euro (ATS 5,50). Die Arbeiterkammer hat an möglichen Preiserhöhungen vergangene Woche bereits Kritik geübt. Diese Kritik stößt bei bäuerlichen Schulmilch-Lieferanten auf Unverständnis. Sie gehen nun ihrerseits in die Offensive. Die verordneten Höchstpreise seien in manchen Bereichen nicht einmal kostendeckend, betonen sie. Insbesondere für Biomilchprodukte wäre eine stärkere Anhebung der Höchstpreise notwendig gewesen. Für tatsächliche moderate Preiserhöhungen gebe es jede Menge Argumente, wird betont. ****

Die vom Landwirtschaftsressort verordneten Höchstpreise für Schulmilchprodukte resultieren bekanntlich aus der Verringerung der entsprechenden EU-Gemeinschafts-Förderung. Um den EU-Haushalt zu entlasten, wurde ab 1. Jänner 2001 unionsweit die Schulmilch-Beihilfe von 95 % des festgesetzten Richtpreises auf 75 % gekürzt.

Produktionskosten gestiegen

Die neuen Höchstpreise für alle Schulmilchprodukte seien insbesondere bei kleineren Packungsgrößen nicht kostendeckend, stellt die NÖ Interessengemeinschaft bäuerlicher Schulmilch-Lieferanten fest. Den Kritikern einer Preisanhebung hält man eine Reihe von weiteren Argumenten entgegen: Der Preis für Schulmilch sei seit mehreren Jahren unverändert. Die Betriebsmittelkosten (vor allem Treibstoffe) seien in den letzten Monaten stark gestiegen. Auch die Rohstoffkosten seien angehoben worden, die hohen hygienischen Anforderungen würden sich ebenfalls in einem beträchtlichen Aufwand niederschlagen. In den verordneten Höchstpreisen sei überdies ein Gewinn gar nicht einkalkuliert.

Weltschulmilchtag am 26. September

"Vor allem aber sind Schulmilchprodukte im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln, auch nach einer Preisanpassung immer noch am günstigsten", stellt Josef Weber von der Interessengemeinschaft gegenüber dem AIZ fest. Berücksichtige man dann noch den hohen ernährungsphysiologischen Wert der Schulmilch, könne er die Kritiker überhaupt nicht verstehen. Er hoffe, dass bei dem von der FAO für 26. September ausgerufenen Weltschulmilchtag über die große Bedeutung dieses Lebensmittels in den Schulen informiert werde.

In Österreich werden mittlerweile 80 % der an Schulen konsumierten Milchprodukte von den Bauern angeliefert. In Niederösterreich haben die 50 bäuerlichen SchulmilchLieferanten bereits einen Marktanteil von 95 % erreicht. Mittlerweile ist es gelungen, über tausend Schulen und Kindergärten mit frischer Schulmilch zu beliefern. Eine flächendeckende Versorgung wäre problemlos möglich.
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