Alpbacher Technologiegespräche 2001

Bilanz der diesjährigen Veranstaltung

Wien/Alpbach (OTS) - Die drei Vertreter der Veranstalter der Alpbacher Technologiegespräche 2001, Dr. Günter Hillebrand (Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf), Dr. Manfred Jochum (ORF-Hörfunkintendant) und Dr. Thomas Oliva (Industriellenvereinigung) zogen eine überaus positive Bilanz der diesjährigen Veranstaltung, die vom 23. bis 25. August stattgefunden hat: Mit einer Rekordanzahl von über 600 Teilnehmern aus Europa und den USA sowie den beiden Nobelpreisträgern Jean-Marie Lehn und Gerard 't Hooft, dem "Dolly-Schöpfer" Alan Coleman und dem ehemaligen US-Senator Gary Hart, mit hochkarätig besetzten Plenarvorträgen, Diskussionen und Arbeitskreisen, mit "Junior Alpbach" und der neu initiierten Veranstaltung "Off-Alpbach" waren die Alpbacher Technologiegespräche ein Forum sowohl für Wissenschafter und Künstler als auch für Politiker und Studenten. Die Grundlagen vieler Diskussionen waren die Themen "Wissenschaft und Gesellschaft" und "Europa als Standort für gute Wissenschaft".

Dr. Günter Hillebrand, Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf: "Zentrale Thematik für die einzelnen Arbeitskreise war die Positionierung Österreichs im internationalen Wettbewerb und insbesondere die Steigerung der Innovationsleistung österreichischer Unternehmen. Die hohe Kompetenz der Referenten und die Vernetzung der unterschiedlichen Disziplinen in den Arbeitskreisen führten nach Ansicht vieler Teilnehmer zu einem Qualitätssprung der Veranstaltung. Die Alpbacher Technologiegespräche wurden sogar als ein ‚geistiges Trainingslager' für Politiker und Manager postuliert."

Durch das Aufzeigen positiver Entwicklungen, z.B. in der Telemedizin, kann der Technikfeindlichkeit, insbesondere in der jüngeren Generation, längerfristig entgegengewirkt werden - so das Resümee der Teilnehmer. Klar kam zum Ausdruck, dass die Politik deutliche Signale setzen und längerfristig planbar und verständlich sein müsse.
Allein das Verständlichmachen technologischer Prozesse sei eine wichtige Vorleistung zur Akzeptanz dieser Technologien oder, wie es ein Referent verkürzt ausdrückte: "Was nicht kommuniziert wird, hat nicht stattgefunden".

Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche fand erstmals eine produktive Auseinandersetzung zwischen Technik und Kunst statt:
"Off-Alpbach" hieß der heuer erstmals gestartete Versuch, mit Hilfe von Visualisierung den Teilnehmern komplexe Zusammenhänge zu verdeutlichen und mit ihnen über die Verbindung von Wissenschaft und künstlerischer Kreativität zu diskutieren. "Off-Alpbach" war ein Erlebnis der "anderen Art", das auch im nächsten Jahr seinen Platz in Alpbach haben wird.

Für ORF-Hörfunkintendant Dr. Manfred Jochum "ist ‚Junior Alpbach' schon in den vergangenen Jahren ein ganz großer Erfolg gewesen und hat heuer alle Erwartungen übertroffen. Wenn sich 53 junge Menschen zwischen zwölf und siebzehn Jahren an einem strahlenden Sommertag freiwillig in einen fensterlosen Raum setzen, um mit Wissenschaftern und Journalisten zu diskutieren, dann muss an einer solchen Veranstaltung etwas dran sein", so Jochum.
Begeisterung für die Wissenschaft zu wecken, sei auch das Ziel von "Junior Alpbach", so Jochum weiter, denn in Österreich sei es zwar eine Schande, wenn man Mozart nicht kenne, aber wenn man von Lise Meitner oder Erwin Schrödinger nichts wisse, geniere sich kaum jemand.
Daher, so der Hörfunkintendant, müsse unser Kulturbegriff umfassender werden und nicht nur Literatur, Musik, bildende und darstellende Kunst enthalten. Wissenschaft sei Kultur und den vielbeschworenen Wunsch, "Public understandig of science" zu fördern, werde dann Realität werden, wenn die Jugend für die Wissenschaft begeistert werde könne. "Junior Alpbach" sei dafür ein Modell, das zur Nachahmung anrege, so Jochum abschließend.

Dr. Thomas Oliva von der Industriellenvereinigung: "Die Einzigartigkeit der Alpbacher Technologiegespräche spiegelt sich in den Teilnehmern - Wissenschafter, Jugendliche, Politiker, Industrielle - ebenso wider wie im Crossover der Themen - von Cyber Crime zur Telemedizin." Oliva stellt jedoch Gemeinsamkeiten aller Beiträge fest: Standortwettbewerb sei Wettbewerb um die besten Köpfe; Wissenschaft und Technik könnten nur florieren, wenn sich die Gesellschaft dazu bekenne und Veränderungen mehrheitsfähig seien; Wissenschaft und Technik müssten verständlich werden. Außerdem gebe es ohne "Public Understanding of Science" keine Akzeptanz und Veränderung, so Oliva.

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