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KFV: "SCHULWEGTRAINING" SCHÜTZT KINDER

Rechtzeitig vor Schulbeginn ist es unerläßlich mit den Erstklasslern den Schulweg zu üben

Wien (KfV-Presse) - Anfang September ist es wieder soweit: Ca. 94.000 Erstklassler treten ihren ersten Schulweg an. "Schulbeginn bedeutet für die Sechsjährigen nicht nur den Beginn eines neuen Lebensabschnittes sondern auch des unbegleiteten Kontakts mit den Gefahren des Straßenverkehrs," so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Ohne ausreichendes Training sind die "Taferl-Klassler" eindeutig entwicklungspsychologisch überfordert. "Kinder haben bis ca. 8 Jahren ein eingeschränktes Blickfeld, können Gefahren nicht erkennen, sind neugierig und leicht ablenkbar oder wähnen sich z.B. auf einem Zebrastreifen in absoluter Sicherheit," so Mag. Franjo Camba, Verkehrserziehungsexperte. "Hier sind Eltern gefordert: Ob zu Fuß, mit Bus oder Straßenbahn -spätestens jetzt sollte gemeinsam mit den Kindern der künftige Schulweg trainiert werden," so Camba weiter.

Vorzeigen und erklären

Beim gemeinsamen Begehen des künftigen Schulwegs soll dem Kind konkret erklärt werden, auf welche Gefahren besonders zu achten ist, warum es einen bestimmten Weg geht, wo es die Straße sicherer überqueren kann, weshalb andere Stellen zu meiden sind etc. So lernt das Kind vor Ort, wie es sich und weshalb es sich so zu verhalten hat. Der kürzeste Schulweg muß nicht immer der sicherste sein. Kleine Umwege lohnen sich oft - der Sicherheit der Überquerungsstellen wegen.

Regelmäßig üben

Wichtig ist: Kurz aber oft üben und Kinder nicht überfordern und keinesfalls Angst vor den Gefahren des Straßenverkehrs machen. Das Schulwegtrainings hängt von Länge und Schwierigkeitsgrad des Weges und den entwicklungsbedingten Voraussetzungen des Kindes ab - und nicht zuletzt davon, ob das Kind unbeaufsichtigt die Gefahrenstellen beherrscht. Als Richtlinie gilt: Einen leichten und kurzen Weg mindestens drei- bis viermal, einen langen und schwierigen Weg mindestens an 10 verschiedenen Tagen abgehen.

Erklären und führen lassen

Wichtig ist der Rollentausch - das Kind übernimmt die Führung und erklärt konkret "was" es "warum" macht. So können Eltern immer noch falsches Verhalten korrigieren. An der Sicherheit bzw. Unsicherheit, mit der das Kind Entscheidungen trifft, können die Eltern den Grad der "Verkehrsreife" erkennen und entscheiden, ob das Kind weiterhin begleitet werden muß.

Der erste Alleingang und kein Zeitdruck wichtig

Das KfV empfiehlt, das Kind so lange zu begleiteten, bis man davon überzeugt ist, daß es alleine zurecht kommt - und danach von Zeit zu Zeit zu beobachten, wie es sich z.B. im Zusammensein mit anderen Kindern verhält. Sollte sich das Kind falsch verhalten, es darauf hinweisen, und das Geübte wiederholen.
Hektik und Streß am frühen Morgen sind kein guter Start in den Tag -es ist ratsam, eine Entschuldigung für den Lehrer mitzugeben. Das Gleiche gilt für das Setzen von Zeitlimits beim Nachhausekommen - die Sorge, Schelte zu bekommen, läßt das Kind‚ Umwelt vergessen und hetzen, um pünktlich daheim zu sein.

Wichtig: Auch die Freizeitwege üben

Die Freizeit, in der Kinder wesentlich ausgelassener und unkonzentrierter unterwegs sind, ist statistisch gesehen weitaus gefährlicher (85% aller Kinderverkehrsunfälle passieren in der Freizeit). "Deswegen sollen nicht nur der Schulweg, sondern auch alle anderen Wege z.B. zum Spielplatz, zu Freunden oder zum Geschäft konsequent geübt werden", so Thann.

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 15 Todesopfer in der vergangenen Woche, davon 10 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 7 PKW-Insassen (davon 6 Lenker), 5 Motorrad-Lenker, 2 Radfahrer und 1 Moped-Lenker ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nichtangepaßte Geschwindigkeit (5), Vorrangverletzung (4), Überholen (1), Übermüdung (1), Unachtsamkeit (1) und Reifendefekt (1) festgestellt werden. Bei 1 Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. 6 der 14 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle.

Vom 1. Jänner bis zum 26. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 598 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 642 Menschen tödlich. (Schluß)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Mag. Tamara Blaschek
Tel.: (01) 71 770/161

Kuratorium für Verkehrssicherheit

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