NÖ Ärzte: Neuer Weg zur Reduktion der Medikamenten-Kosten

NÖ - Ärztekammer gibt Richtung vor

Wien (OTS) - "Die Vorfälle um den Lipidsenker "Lipobay" zeigen wie wichtig es ist, dass Ärzte bei der Verschreibung von Medikamenten keinem ökonomischen Druck ausgesetzt sind. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gab es in Niederösterreich auch niemals eine Beteiligung der Ärzte an Medikamenten - Einsparungen am Rücken der Patienten. Durch bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient konnte dennoch eine deutliche Kostenreduktion erreicht werden. "

MR Dr. Gerhard Weintögl, Präsident der Ärztekammer für NÖ weist auch die in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe gegen die Ärzteschaft (Titelseite NEWS: "Gift vom Arzt") entschieden zurück. Bereits seit Anfang 2001 hat die NÖ - Ärztekammer gemeinsam mit der NÖ GKK eine Initiative gestartet, welche die Aufklärung der Patienten durch den Arzt im richtigen und sorgsamen Umgang mit Medikamenten beinhaltet. Weder die Ärzte noch die Krankenkasse sehen Sinn darin, irgend jemanden an Kosteneinsparungen am Rücken der Patienten zu beteiligen. Die Entscheidung über die Auswahl des Medikamentes bleibt jedoch ausschließlich beim behandelnden Arzt.

MR Dr. Weintögl: "Es beweist sich einmal mehr, wie wichtig die Autonomie der Ärzte bei der Auswahl der richtigen Medikamente ist. Leider gibt es Bundesländer, in welchen Ärzte seitens der Kassen an den Einsparungen bei der Medikamentenverschreibung kostenmäßig beteiligt sind. Ich halte dies für ethisch - und letzten Endes auch medizinisch - äußerst bedenklich. Derartige Ideen einer Kosteneinsparung am Rücken der Patienten wurden in NÖ seitens der NÖ Ärzteschaft und der Kasse von Anfang an striktest abgelehnt."

Ebenso warnt der Präsident der NÖ - Ärztekammer vor einer unüberlegten Panikmache durch die Medien. Nach wie vor werden durch Medikamente Menschenleben gerettet, Leid gelindert und mögliche medizinische Langzeitfolgen frühzeitig bekämpft.

Auch der Kureinobmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Anton Hengst, schlägt in die gleich Kerbe: "Es ist unsere Aufgabe, Krankheiten zu erkennen und mit den richtigen Therapien zu behandeln. Unsere jahrelange Ausbildung und unsere kontinuierliche, qualitätsgesicherte Fortbildung tragen dazu bei, dass die medizinische Versorgung in Österreich zur Weltspitze gehört. Der Einsatz von Medikamenten wird aber auch in Zukunft in der Medizin unumgänglich sein. Und mehr denn je wird die Qualitätssicherung in diesem Bereich eine Rolle spielen. Wir Ärzte werden immer das beste am Markt verfügbare Mittel für die Therapien unserer Patienten einsetzen. Wenn jemand jedoch der Meinung ist, dass - wie es ja von selbsternannten Experten in der derzeitigen Diskussion über unser Gesundheitswesen leider öfter der Fall ist - die Ökonomie vor die Gesundheit der Menschen zu stellen ist, dann soll er den Mut haben, dies auch zu artikulieren und einen besseren Vorschlag machen."

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