Die Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn und Gerard 't Hooft bei den Alpbacher Technologiegesprächen 2001

Wien/Alpbach (OTS) - Jean-Marie Lehn, Nobelpreisträger für Chemie, und Gerard 't Hooft, Nobelpreisträger für Physik, sind zwei der prominentesten Referenten bei den diesjährigen Alpbacher Technologiegesprächen. Lehn erhielt 1987 den Nobelpreis für Chemie für seine Leistungen im Bereich der Molekularforschung. Er ist bereits zum sechsten Mal Gast in Alpbach und findet die Veranstaltung einmalig. Gerard 't Hooft, der heuer zum ersten Mal in Alpbach referiert, wurde gemeinsam mit Martin Veltmann 1999 für einen Beitrag zur Theorie der Elementarteilchen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Lehn und 't Hooft werden heute Abend im Plenum zum Thema "Universitäts- und Forschungsstandort Europa - Anforderungen der Spitzenforschung an den Standort" gemeinsam mit Peter Skalicky (Vizepräsident der Rektorenkonferenz Wien), Gerald Gabrielse (Vorsitzender des Instituts für Physik an der Harvard Universität), Jürgen Knorr (ehemaliger Vorsitzender MEDEA Paris) und Hans Peter Schwarz (Vizepräsident F & E, Baxter BioScience Wien) referieren.

Im Rahmen der Pressekonferenz in Alpbach beantworteten Lehn und 't Hooft Fragen zum Thema "Forschung und Gesellschaft". Lehn ist der Meinung, dass Wissenschaft überall gemacht werden kann, auch auf einer kleinen Insel. Wichtig ist nur, dass die "Hardware" - die finanziellen Mittel - vorhanden sind. Denn ohne "Hardware" kann die "Software", das wissenschaftliche Projekt, nicht arbeiten, so Lehn.

Für den niederländischen Wissenschafter 't Hooft ist es erforderlich, dass die Wissenschaft einer breiten Öffentlichkeit verständlich gemacht werden müsse, obwohl er wisse, dass dies sehr schwierig sein kann. Er vergleicht die Wissenschaft mit der Musik:
"Man muss von Musik nichts verstehen, um Musik zu hören. Doch wenn man Musik machen will, muss sie erlernt werden." Er ging auch auf die Gefahren der Wissenschaft ein und nannte als Beispiel die Entdeckung des Feuers. "Im Feuer selbst stecken viele Gefahren, trotzdem ist es lebenswichtig für den Menschen", so der Wissenschafter, "doch viele Menschen sehen in der Wissenschaft noch immer Gefahren! Diese Ängste müssen ausgeräumt werden, denn Wissenschaft ist für die Menschheit unbedingt erforderlich."

Beide waren sich auch einig darüber, dass Europa als Standort für die Wissenschaft ein guter Platz wäre. Denn der einzige Grund, um nicht konkurrenzfähig gegenüber Amerika und Japan zu sein, wäre, nicht schlau genug zu sein.

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