Alpbacher Technologiegespräche 2001: Hillebrand, Jochum und Oliva zum Thema "Forschung und Gesellschaft"

Off-Alpbach heuer zum ersten Mal

Wien/Alpbach (OTS) - Die Vertreter der Veranstalter der Alpbacher Technologiegespräche, Dr. Günter Hillebrand (Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf), Dr. Manfred Jochum (ORF-Hörfunkintendant) und Dr. Thomas Oliva (Industriellenvereinigung Wien) luden heute Vormittag in Alpbach mit den Nobelpreisträgern Jean-Marie Lehn und Gerard 't Hooft zur Pressekonferenz, die dem Thema "Forschung und Gesellschaft" gewidmet ist. Weiters wurde ein neues Projekt während der Technologiegespräche, "Off-Alpbach", vorgestellt, das heuer erstmals stattfindet.

Die Alpbacher Technologiegespräche sind Ausgangspunkt für technologische Initiativen.

Dr. Günter Hillebrand vom Österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf stellt sich in seinem Statement die Frage, warum solche Zusammentreffen immer wieder in Alpbach stattfinden. Für ihn sei Alpbach ein "magisches Dorf". Hier gäbe es eine "Magie der Gleichheit", wo Studenten mit Generaldirektoren, Politiker mit Forschern und Künstler mit Medien kommunizieren. Es existieren keine Hierarchien und keine Barrieren. Er sieht die Alpbacher Technologiegespräche als Ausgangspunkt für wichtige technologische Initiativen. "Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Gründung der FORSCHUNG AUSTRIA, einer Interessengemeinschaft der außeruniversitären Forschungsunternehmen, an die IT-Initiativen der Bundesregierung bzw. die Forderung nach Koordination der Forschung und Technologie auf Regierungsebene, was letztlich in die Gründung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung mündete." Bei der thematischen Ausrichtung gehe es um die Positionierung Österreichs im internationalen Wettbewerb und insbesondere um die Steigerung der Innovationsleistung österreichischer Unternehmen. Dazu seien Innovationsnetzwerke notwendig, um bestehende Stärken und die Nutzenstiftung aus der Forschung zu optimieren. Die Thematisierung der Anliegen erfolge in neuen Arbeitskreisen. "Diese hohe Anzahl ergibt sich aus dem Wunsch der Teilnehmer, aktiv an der thematischen Aufarbeitung mitwirken zu wollen", so Hillebrand abschließend.

"Wissenschaft, Forschung und technologische Entwicklung verständlich machen"

Hörfunkintendant Dr. Manfred Jochum erläuterte, dass für den ORF -speziell für das Programm Ö1 - die Mitveranstaltung der Alpbacher Technologiegespräche, vor allem unter dem Gesichtspunkt des "Public understandings of science", sehr wichtig sei. Nur wenn es der Wissenschaft in Zusammenarbeit mit den Medien gelinge, die Fragen von Wissenschaft, Forschung und Technologieentwicklung einer breiten Öffentlichkeit verständlich darzustellen, den Wert und den Nutzen von Wissenschaft und Forschung deutlich zu machen, werde es auch möglich sein, Vorurteile und Ängste, was die technologische Entwicklung betrifft, zu minimieren.

Der ORF als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen habe sich dieser Aufgabe immer gestellt und wird es auch in Zukunft tun, ist Jochum überzeugt. Dass in diesem Zusammenhang gerade ein kritischer Wissenschaftsjournalismus sich ethischen Fragen zu stellen habe, und hier im Besonderen einer Zukunftsethik, sei selbstverständlich und stelle eine besondere Herausforderung für Wissenschafter und Journalisten dar. "Die Alpbacher Technologiegespräche sind ein hervorragendes Forum, gerade diese Fragen intensiv und anspruchsvoll zu diskutieren", stellte Jochum fest.

Für Dr. Thomas Oliva von der Industriellenvereinigung sind die Alpbacher Technologiegespräche so etwas wie das "Crossover" von Wissenschaft und Technik. Die Attraktion dieser Veranstaltung liege darin, dass unterschiedliche Zugänge zu Wissenschaft und Technik gesucht werden und dass die Teilnehmer - mit einer Rekordzahl von 600 - mit Themen konfrontiert werden, die sie - scheinbar - in ihrem beruflichen Alltag nicht betreffen.
Tatsache sei jedoch, so Oliva, dass die wissenschaftliche und technische Entwicklung in den vergangenen Jahren unser Leben dramatisch verändert habe und Politik, Wirtschaft und Ethik gefordert seien, die Antworten zu formulieren.
"Die Alpbacher Technologiegespräche wollen aber, wie es ein Referent formuliert hat, auch sicherstellen, dass Wissenschaft und Technik zwar in ihrer Bedeutung erkannt werden, aber dass neben den Antworten der Wissenschaft die Antwort der Ethik und Menschenwürde zu stellen ist", so Oliva.

"Off-Alpbach", das im vergangenen Jahr beschlossen wurde, findet heuer erstmals im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche statt. Oliva: "Wir versuchen, Menschen nach Alpbach einzuladen, die normalerweise nicht hierher zu den Technologiegesprächen kommen." Bei "Off-Alpbach", das vom Forschungszentrum Seiberdorf initiiert wurde, wird versucht, Kunst und Wissenschaft miteinander zu verknüpfen. Es soll eine produktive Auseinandersetzung zwischen Technikern und Künstlern und zwischen Technologie und Kunst herbeigeführt werden.

(Fotos via APA!)

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