Vorsorgegrenzwert für Ozon im Juni überschritten

Umweltinstitut präsentiert aktuellen Bericht

Bregenz (VLK) - Der Juni 2001 war bei
überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen teils normal,
teils leicht unter der Norm temperiert. Die Monatssummen des Niederschlags erreichten 125 Prozent des Normalwertes. Die humanhygienischen Ozon-Vorsorgegrenzwerte wurden in mittleren Höhenlagen an 25 Tagen, im Rheintal an 17 Tagen und im Walgau
an 11 Tagen überschritten. ****

Die Konzentrationen der primären Luftschadstoffe lagen im Vergleich zu den Vorjahren überwiegend auf durchschnittlichem Niveau. Am Monatsende bestimmten Hochdruckeinfluss und Warmluftzufuhr das Wetter. Aus wolkenlosem bis heiterem
Himmel strahlte die Sonne und erwärmte die Luft bis 30 Grad Celsius. In dieser Zeit wurden die Höchstwerte der
Ozonbelastung verzeichnet und erreichten im Drei-Stunden-
Mittel 0,168 Milligramm Ozon pro Kubikmeter.

In den untersten 500 Metern der Atmosphäre erfolgt der
Ozonabbau über den Titrationseffekt und die so genannte Trockendeposition, also durch den direkten Kontakt mit
Pflanzen und anderen Materialien der Erdoberfläche. Die
beigefügte Grafik veranschaulicht die Abbaureaktion von Ozon
(03) mit Stickstoffmonoxid (NO), die im näheren Umfeld der
Quellen zu einer Abnahme von Ozon führt. Dargestellt wurde
der Zeitraum mit dem höchsten Drei-Stunden-Mittelwert des
Monats. Die Ozonkonzentration steigt untertags an, solange
die Produktion größer ist als die Zerstörung. Nach Sonnenuntergang erfolgt eine starke Abnahme der
Ozonkonzentration durch die beschriebene NO-Titration und Deposition.

Da die Inversionsschicht nachts nur eine geringe
Mächtigkeit aufweist, akkumulieren die Stickstoffoxide und
die Stickstoffdioxid-Konzentrationen (NO2) werden relativ
hoch. Der Anstieg der NO-Konzentration nach Sonnenaufgang
erfolgt wegen der Photolyse von NO2 und der Einstellung des photostationären Gleichgewichts. Bei gegebener
Anfangskonzentration von NO, NO2 und O3 steuert die verfügbare Strahlung in welchem Verhältnis diese drei Substanzen
zueinander stehen. Dieses sich binnen weniger Minuten
einstellende Verhältnis wird als photostationäres
Gleichgewicht bezeichnet.

Beilagen: Messwerttabelle, Abbildung,
Erläuterungsblatt

Erläuterungen zu Messwerttabelle bzw. Abbildungen

Abkürzungen:
SO2 ... Schwefeldioxid, NO ... Stickstoffmonoxid,
NO2 ... Stickstoffdioxid, O3 ... Ozon,
CO ... Kohlenmonoxid, STAUB ... Staubkonzentration
TT ... Temperatur, GSTR ... Globalstrahlung
RF ... relative Feuchte, FF ... Windgeschwindigkeit
DD ... Windrichtung

MMW = Monatsmittelwert
mTMW = maximaler Tagesmittelwert
mMW8 = maximaler Achtstundenmittelwert
mMW3 = maximaler Dreistundenmittelwert
mMW1 = maximaler Stundenmittelwert
mHMW = maximaler Halbstundenmittelwert
GWÜÄ%Ü = Überschreitungshäufigkeit der humanhygienischen Vorsorgegrenzwerte in Prozent der Messtage

Grenzwerte:

1. Nach den Bestimmungen des Immissionsschutzgesetzes Luft
(BGBl. I 115/1997)
Schwefeldioxid:
* mHMW: 0,20 mg/m³

(darf höchstens dreimal pro Tag bis max. 0,50 mg/m³ überschritten werden)
* mTMW: 0,12 mg/m³
Kohlenmonoxid: mMW8: 10 mg/m³
Staub: mTMW: 0,15 mg/m³
Stickstoffdioxid: mHMW: 0,20 mg/m³

2. Nach d. Luftqualitätskriterien d. Österreichischen
Akademie d. Wissenschaften
Empfehlung für Stickstoffdioxid: mHMW: 0,200 mg/m³, mTMW:
0,080 mg/m³
Empfehlung für Ozon: mHMW: 0,120 mg/m³, mMW8: 0,100 mg/m³

(beide
vergleichbar mit mMW3: 0,110 mg/m³)

3. Nach dem Verein Deutscher Ingenieure, Blatt 2310
Max. Immissionskonzentration (MIK) für Stickstoffmonoxid:
mHMW: 1,000 mg/m³, mTMW: 0,500 mg/m³

4. Nach EU-Richtlinie 1999/30/EG
PM10: mTMW: 0,050mg/m³ darf nicht öfter als 35-mal im Jahr überschritten werden.
(so/ug,nvl)

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