"Kleine Zeitung" Kommentar: "Salzsäule" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 22.8.2001

Graz (OTS) - In der Luftfahrt würde man wohl von einer
klassischen Schubumkehr sprechen: Just zu dem Zeitpunkt, als der ÖGB mit dem Einheizen für den heißen Herbst begann, Adressenberge sichtete, Munitionsdepots füllte, wurde er durch die Gagen-Affäre der Post eiskalt erwischt. Das Schweigen der ÖGB-Spitze spricht Bände. Während die Augen Peter Westenthalers leuchten wie die eines Jackpotknackers (Was für eine Beute!), wirkt der rote Riese wie zur Salzsäule erstarrt.

Verständlich: Die da oben, das ist jetzt aus der Sicht erzürnter Gewerkschaftsmitglieder nicht mehr die böse Regierung und ihr sozialer Frost - die da oben, das sind jetzt die eigenen Nehmervertreter. Das Wort von den Bonzen geht um. Es rechbergert. Heinz Fischer nennt den Rücktritt des Chefs der Postgewerkschaft, Hans-Georg Dörfler, einen "mutigen Schritt".

Mutig? Es war die reuelose Flucht aus der Schusslinie - auf Drängen des ÖGB. In welcher Eigenschaft trat Dörfler denn zurück? Nicht als freigestellter Betriebsratsboss, als der er sich diskreditierte, sondern - kostenlose Geste - als Funktionär der Gewerkschaft, die doch angeblich mit der Sache gar nichts am Hut hat. Eine urige Abstimmung wird das. ****

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