Wirtschaftskammer Österreich gegen massive Tariferhöhungen beim Postzeitungsversand

Wien (PWK581) "Die von der Österreichischen Post AG dem Verkehrsministerium angezeigten, ab 1. Jänner 2002 gültigen neuen Tarife für den Postzeitungsversand sind insbesondere in den für die Jahre 2003 und 2004 vorgesehenen Erhöhungsstufen nicht akzeptabel," erklärt Roderich Regler, Leiter der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Österreich. "Deshalb hat die Wirtschaftskammer Österreich in der Preiskommission die dreistufige Erhöhung abgelehnt." Vor allem in den auch für die Zeitungen der Wirtschaftskammerorganisation entscheidenden Gewichtsklassen bis zu 70 Gramm sind Erhöhungen bei Tageszeitungen von rund 430 %, bei Wochenzeitungen von 280 % und bei Monatszeitungen von 260 % eindeutig überhöht. "Dies könnte dazu führen, dass manche Printprodukte, die über die Post zugestellt werden, künftig entweder gar nicht mehr oder weit seltener erscheinen können, was zum Verschwinden einer Reihe von Medienprodukten führen würde." Auch die Auftragslage für den Druckereibereich würde sich massiv verschlechtern.

Bei der Kalkulation der Post wäre aus der Sicht der Wirtschaftskammer Österreich zu berücksichtigen, dass nicht ausschließlich Zeitungen zugestellt werden, sondern auch alle sonstigen Poststücke. Der reservierte Postdienst erzielt Überschüsse, damit müsste der Universaldienst mit der Zeitungszustellung unterstützt werden. "Schließlich verlangt das Postgesetz, dass die Postdienstleistungen zu allgemein erschwinglichen Preisen angeboten werden," betont Roderich Regler. Auch durch die hohen Zusatzkosten, die von der Post für die Adressierung verrechnet werden, ergibt sich eine erhebliche Belastung. "Es darf doch nicht sein, dass die Zustellkosten höher sind als die Produktionskosten einer Zeitung," erklärt Roderich Regler.

Für Wochenzeitungen wünscht sich die Wirtschaftskammer Österreich, dass ein zehnmaliges Erscheinen im Kalendervierteljahr ausreicht, damit auch Doppelnummern herausgegeben werden können. Auch die neue Beilagenregelung entspricht nicht den Wünschen der Kunden, hier sollte die bisherige Regelung erhalten bleiben. "Als positiver Effekt ist die in Hinkunft entfallende Diskriminierung gesetzlicher Interessenvertretungen zu bewerten," stellt Roderich Regler abschließend fest. Die neuen Geschäftsbedingungen für den Versand von Zeitungen beseitigen nämlich die bisher vorhandene Schlechterstellung bestimmter Kundenkreise. (RH)

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