eGovernment umsetzen, eContent fördern: Mitterlehner eröffnet eBusiness-Gespräche in Alpbach

eGovernment bietet 30 Prozent Einsparungspotenzial in der Verwaltung - eContent-Wirtschaft bringt Europa 1 Million neue Jobs

Alpbach (PWK580) - "In den nächsten Jahren werden vermehrt Investitionen in die Integration von eBusiness in Unternehmen, den Aufbau von neuen Mobilfunknetzen, eLearning-Angebote und die digitale Abwicklung von Verwaltungsverfahren getätigt werden", beschrieb heute Dienstag anläßlich der Eröffnung der Benchmarking-Gespräche des Forums Alpbach, Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, die künftige Entwicklung der digitalen Wirtschaft in Österreich. Mitterlehner appellierte dabei an ein vermehrtes Engagement der Politik in den Bereichen eGovernment und eContent. Kritik übte Mitterlehner an den Zugangsbeschränkungen und den Funktionen von Finanz-Online, der elektronischen Finanzabwicklung des Finanzministeriums.
"Unsere Mitglieder sind hier zu Meldungen verpflichtet, aber das System wird für einzelne Berufsstände wie die Wirtschaftstreuhänder, Rechtsanwälte und Notare reserviert. Das kann doch nicht wirklich unter Verwaltungsreform verstanden werden," so Mitterlehner.

Die von der Wirtschaftskammer veranstalteten Benchmarking-Gespräche widmen sich vom 21. bis 23.August dem Thema "eBusiness auf dem Prüfstand". "Wir wollen damit einen Überblick über die Bedeutung der neuen Technologien und die Konsequenzen für unternehmerisches Handeln schaffen", brachte Mitterlehner den Zweck der Veranstaltung auf den Punkt.

"Internationale Studien belegen heute, dass bis zu 70 Prozent der Kosten für verschiedene Verwaltungsbereiche durch die online-Abwicklung von Behördenverfahren, also eGovernment, eingespart werden könnten." Für Österreich schätzt Mitterlehner das mittelfristige Einsparungspotenzial auf 30 Prozent. "Noch größer könnten die Einsparungen sein, wenn die Gelegenheit genutzt wird, Kompetenzen und den Zugriff auf behördliche Datenbanken zu regeln, etwa durch eine intensivere und technisch nahtlose Zusammenarbeit zwischen Bezirkshauptmannschaften, Bundesländern und Ministerien."

Mitterlehner: "Digitale Inhalte werden heute immer wichtiger, weil sie durch die Kombination von Daten Mehrnutzen schaffen. Die Wachstumsraten der eContent-Wirtschaft liegen heute bei 20 Prozent pro Jahr. Das sind rund eine Million neue Jobs für Europa bis ins Jahr 2005." Gerade Urheberrechtsprobleme hemmen jedoch das produktive Wachstum der eContent-Wirtschaft. Mitterlehner weiter: "Hier muss rasch die bereits im Juni 2000 vom EU-Parlament verabschiedete EU-Richtline umgesetzt werden, um auch wirklich effektiven Schutz für Urheberrechte im Internet gewährleisten zu können. Nur so kann die Geschäftstätigkeit mit Internetinhalten angekurbelt werden."

Österreichs Ausgangsposition für die digitale Zukunft bezeichnete Mitterlehner als vielversprechend. "Mit 50 Prozent Internetzugängen liegen wir in Europa auf Platz neun. 80 Prozent unserer Unternehmer verfügen über Anschlüsse an das Netz, 40 Prozent besitzen eine eigene Homepage." Was den Direktverkauf via Internet, also den eCommerce, betrifft, liegt Österreich EU-weit an Stelle acht. "Vier bis sechs Prozent des Detailhandels werden heute schon im Business to Consumer Bereich abgewickelt. 20 Prozent der Internet-User benutzen das Netz häufig für Einkäufe und weitere 17 gelegentlich. Hier liegt ohne Zweifel enormes Wachstumspotenzial", so der WKÖ-Generalsekretär.

Abschließend verwies Mitterlehner auf die Vorteile für Unternehmer aus dem Einsatz digitaler Technologien. "Zum einen lassen sich Kommunikations- und Suchkosten erheblich reduzieren. Zum anderen verbessert sich die Informationsbasis für unternehmerische Entscheidungen und die Reaktionsgeschwindigkeit." Die Wirtschaftskammer wird daher verstärkte Marketingaktivitäten und Serviceangebote auf den Einstieg aller Unternehmer ins Internet setzen. (AB)

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