AGRANA steigert Maisstärkeproduktion in Aschach

Produktionskapazität wird um 25 % auf 750 t/Tag erhöht

Aschach, 21. August 2001 (AIZ). - Das börsenotierte Zucker- und Stärkeunternehmen AGRANA will seine Position auf dem Maisstärkemarkt weiter verbessern und baut daher die Verarbeitungskapazität im Werk Aschach/Donau, OÖ, aus. "In den Jahren 1996 bis 1998 wurde die Kapazität in Aschach mit rund 200.000 t Maisverarbeitung jährlich fast verdreifacht. Nunmehr wird die Leistung des Werkes auf 260.000 t erhöht", berichtete heute der Generaldirektor der AGRANA Beteiligungs AG, Johann Marihart, vor Journalisten. Die Tageskapazität sei von 600 t auf 750 t ausgebaut worden. In den kommenden Jahren solle eine weitere Steigerung auf 1.000 t pro Tag erfolgen, kündigte Marihart an. Gleichzeitig seien die Infrastruktur und die Transportlogistik angepasst worden. Die Investitionssumme in den Jahren 2000 und 2001 beläuft sich auf rund ATS 400 Mio., seit dem EU-Beitritt wurden in Aschach knapp ATS 700 Mio. investiert. ****

Maisstärke wird in Aschach seit 1956 gewonnen, damals wurde der Betrieb von Kartoffelstärkeerzeugung auf Maisverarbeitung umgerüstet und mit 30 t Tagesverarbeitung begonnen. "Ein erster größerer Ausbauschritt wurde 1984 mit 230 t Tageskapazität gesetzt", erklärte Marihart. Dabei sei es bis zum EU-Beitritt Österreichs auch geblieben. Die mangelnden Exportmöglichkeiten auf Grund der dichten EG-Außengrenzen hätten den limitierenden Faktor dargestellt. Mit dem EU-Beitritt sei in Österreich infolge des Wegfalls des Außenschutzes ein verstärkter Marktdruck entstanden, dem sei ein Druck auf die Preise gefolgt. "Damals fehlte uns die Kapazität für Lieferungen in den Binnenmarkt", erinnerte sich der Generaldirektor. Zwischen 1994/95 und 1996/97 sei der Umsatz im Stärkebereich von ATS 1,2 Mrd. auf ATS 900 Mio. gefallen, die AGRANA sei in diesem Bereich mit ATS 90 Mio. in die roten Zahlen gerutscht.

Erfolg mit Stärke-Spezialprodukten

Seit 1997 hätte AGRANA ihren Stärkeumsatz aber wieder kontinuierlich gesteigert, im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 auf ATS 1,58 Mrd. Mit einem Betriebsergebnis von ATS 71 Mio. und einem Jahresüberschuss von ATS 54 Mio. schreibe man wieder deutlich schwarze Zahlen. Möglich sei dies durch folgende Strategie geworden:
"Wir haben erstens nicht auf den Massenmarkt, sondern auf Spezialprodukte gesetzt und Marktnischen gesucht. Zweitens wurde der Auslandsmarkt - in der EU insbesondere Deutschland - verstärkt bearbeitet. Unser Exportanteil beträgt mittlerweile 56 %. Drittens führten wir Kapazitätsausweitungen durch, um wettbewerbsfähige Strukturen zu erhalten", zählte Marihart die Erfolgsfaktoren auf.

Nach Aussage des Generaldirektors wird in Aschach fast ausschließlich (95 %) österreichischer Mais verarbeitet. Die österreichische Körnermaisernte beläuft sich auf etwa 1,7 Mio. t, die Marktleistung liegt zwischen 560.000 t und 600.000 t. Davon wiederum finden 200.000 t in der Futtermittelindustrie Verwendung, weitere 260.000 t gehen derzeit in die Stärkeverarbeitung und etwa 100.000 t wandern in die EU-Intervention beziehungsweise in den Export. "Eine Steigerung unserer Kapazität auf 1.000 t Tagesverarbeitung würde uns erlauben, diese 100.000 t Interventionsmais in Aschach zu verarbeiten", stellte Marihart fest.

EU-Stärkeproduktion macht 8,3 Mio. t aus

Weltweit werden jährlich rund 57 Mio. t Stärke aus Mais, Weizen, Kartoffeln, Reis und Tapioka hergestellt. Innerhalb der EU macht die Produktion 8,3 Mio. t aus, wobei 45 % aus Mais, 33 % aus Weizen und 22 % aus Kartoffeln gewonnen werden. Von den 66 Fabriken, in denen innerhalb der Union Stärke hergestellt wird, verarbeiten 19 Mais (so wie Aschach) und 23 Betriebe Kartoffeln wie etwa das AGRANA-Werk Gmünd, wo rund 230.000 t angeliefert werden. Auch heuer dürfte die österreichische Kartoffelstärkequote von 47.700 t ausgenützt werden.

Stärkemarkt wächst weltweit

Die in der EU erzeugte Stärke findet in den verschiedensten Bereichen Verwendung, insbesondere in der Papier-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie, aber auch in der Baubranche (Spritzbeton, Fertigputz usw.). Genau mit Spezialstärke für diese Bereiche möchte die AGRANA weiterhin Marktanteilszuwächse erzielen: "Der EU-Stärkemarkt wächst jährlich um etwa 2 %, das entspricht etwa dem Gesamtoutput von Aschach, der pro Jahr an Marktvolumen dazukommt", erläuterte Marihart. Durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie durch neue Anwendungstechniken werde man sich entsprechend positionieren. Neue Märkte sehe er in den Bereichen Textilverarbeitung und Lebensmittel. Aschach decke insbesondere auch die steigende Nachfrage nach Biostärke oder gentechnikfreier Stärke.

Absatzsteigerungen für Landwirtschaft

Die Kapazitätsausweitung in Aschach soll auch der heimischen Landwirtschaft steigende Maisabsätze ermöglichen. Der zusätzliche Maisbedarf hat sich seit 1996 von 70.000 t auf 260.000 t erhöht. Das entspricht einer Anbaufläche von 26.000 ha. Gemessen an der heimischen Körnermaisfläche sind das mehr als 15 % beziehungsweise 30 % der Marktleistung. Der Großteil des Rohstoffes wird vom Handel eingekauft, lediglich Nassmais wird direkt von den Landwirten bezogen. In der letzten Kampagne erhielten die Bauern zwischen ATS 1.800,- und 1.900,- je t. Dieses Jahr dürften die Preise nach Einschätzung von Marihart stabil bleiben.

Emissionen in Aschach reduziert

Wie Werksleiter Radu Raican berichtete, wurde im Rahmen der jüngsten Ausbaustufe nicht nur die Kapazität in Aschach erhöht. Auch Infrastruktur und Transportlogistik (neue Verladestation, besserer LKW-Verkehrsfluss) seien verbessert worden. Gleichzeitig habe man durch Nachrüstung der Abwasserreinigungsanlage, einen neuen Maiskraftfuttertrockner, durch eine neue Biofilteranlage und weitere Neuanlagen die Geruchs- und Lärmemissionen stark verringert. Die Produktion laufe im Vierschichtbetrieb, der Personalstand umfasse derzeit 150 Mitarbeiter.
(Schluss) kam

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