AMA betont finanzielles Risiko systematischer Milchüberlieferung

Prognosen für Zusatzabgabe 2001/02 zwischen ATS 598 Mio. und ATS 870 Mio

Wien, 21. August 2001 (AIZ). - In ihrem jüngsten Milchbarometer, der periodischen Gegenüberstellung der österreichischen Milchanlieferung mit der Quotenlinie, betont die Marktordnungsstelle AMA das finanzielle Risiko der Milchbauern bei der Überlieferung der von der EU-Milchmarktordnung vorgegebenen Referenzmengen. Die AMA prognostiziert je nach weiterer Anlieferungsentwicklung auf Grund der vorliegenden Daten über das laufende Milchquotenjahr (1. April 2001 bis 31. März 2002) einschließlich vorläufiger Werte für Juli eine Zusatzabgabe für die Überschreitung der EU-Milchquote zwischen ATS 598 Mio. und ATS 870 Mio. Für den abgelaufenen Referenzzeitraum 2000/2001 erhielten die Überlieferer unter den heimischen Milchbauern eine "Superabgabe" von ATS 496,4 Mio. aufgebrummt. Die AMA betont weiters, dass sie ihr Milchbarometer als Beitrag zur Information der Milcherzeuger betrachte. Sie hoffe, dass die Landwirte ihre Anlieferung den einzelbetrieblichen Richtmengen anpassen. ****

Demnach haben die heimischen Milchbauern in den ersten drei Monaten des Referenzzeitraumes, April (plus 2 %), Mai (plus 2,5 %) und Juni (plus 1,4 %) gegenüber den ohnehin hohen Vorjahreswerten weiterhin deutlich angekurbelt. Erst im Juli, als auch die endgültige Höhe der Zusatzabgabe für die Milchquotenüberschreitung 2000/01 veröffentlich wurde, hat sich die Milchanlieferungskurve im Monatsschnitt auf plus minus null gegenüber dem Juli 2000 verflacht. Gleichzeitig ist aber auch der Fettgehalt der angelieferten Milch weiter gestiegen und könnte im laufenden Quotenjahr einen Schnitt von 4,2 % erreichen. Dadurch müsste auch der so genannte Fettkorrekturfaktor (Multiplikator, um den die tatsächlichen Anlieferungsdaten vom höheren Ist- auf den niedrigeren Standardfettwert der Quotenlinie angepasst werden müssen) auf 1,0306 angehoben werden.

Mehr Anlieferung und Fettgehalt, aber kaum mehr Quote

Die AMA schätzt die heuer zur Verfügung stehende Anlieferungsreferenzmenge (Summe aus 2,583.252 t Garantiemenge und zeitlich auf das Quotenjahr begrenzte Umwandlungen von D- oder Ab-Hof-Quoten in Anlieferungsquoten) auf 2,627.000 t. Das wären nur um 0,4 % mehr als 2000/01. Die Landwirte können Anträge für die D-Quotenumwandlung bis 31. Dezember an die AMA stellen, sie werden ab Ende September laufend erledigt. Die Erfahrungen der Vorjahre lassen die AMA heuer von einer Quotenumwandlung im Umfang von 42.748 t ausgehen.

Seit April schon ATS 280 Mio. Superabgabe zusammengeläppert

Seit 1. April 2001 haben die österreichischen Milchbauern 954.364 t Milch, angepasst um den neuen Fettkorrekturfaktor 983.568 t, an die Molkereien und Käsereien geliefert. Damit ist die für die ersten vier Monate zur Verfügung gestandene anteilige Quotenlinie fettkorrigiert schon um 56.871 t überliefert worden, womit sich -ohne theoretisch möglichen Ausgleich im restlichen Quotenjahr -schon ATS 280 Mio. Zusatzabgabe zusammengeläppert haben. Die Streubreite der AMA-Prognosen für die Zusatzabgabenleistung für das ganze Quotenjahr 2001/02 resultiert aus dem noch nicht absehbaren weiteren Lieferverhalten der Milchbauern. Bleiben sie wie zuletzt im Juli eher auf der Produktionsbremse (erwartete Anlieferung fettkorrigiert 2,749 Mio. t, Überlieferung 122.000 t) und halten die Vorjahreswerte, fällt die Superabgabe niedriger aus als wenn sich der Trend einer weiteren deutlichen Produktionsausweitung aus dem Zeitraum April bis Juni (erwartete Anlieferung fettkorrigiert 2,805 Mio. t, Überlieferung 178.000 t ) durchsetzen würde.

Pro Prozent Überlieferung ATS 137 Mio. Superabgabe und pro 0,01 % mehr Fett ATS 24 Mio.

Pro Kilogramm überlieferter Milch lässt die EU den Verursachern nach Abrechnung eines Quotenjahres ATS 4,90 vom Milchpreis abziehen und an den Agrarhaushalt EAGFL überweisen. Für Österreich gilt als Faustregel: Jedes Prozent fettkorrigierte Überlieferung der nationalen Referenzmenge zieht ATS 137,3 Mio. Superabgabe nach sich und jedes Hundertstel Prozent mehr Fettgehalt ATS 24,0 Mio. (Schluss) pos

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