Verkehrssicherheitsprogramm: Großer Reformbedarf in den Köpfen der rasanten Fahrer!

Wien (OTS) - Einzelmaßnahmen wie doppelte Tunnelröhren, Entschärfung einiger Gefahrenstellen, zusätzliche Trainings für Führerscheinneulinge, etc. werden keinen durchschlagenden Erfolg bringen, solange sich in den Köpfen der Risikofahrer nichts ändert. Vielfach gilt rasantes Fahren noch immer als besonders cool, als Zeichen überlegenen Könnens, großen Mutes und Ausdruck eines hohen sozialen Ranges.

Jedoch ist der Homo Sapiens für seine Fehleranfälligkeit bekannt. Viele Lenker halten sich trotzdem für nahezu unfehlbar und trauen sich selbst "überirdische" Reaktionszeiten zu, wie die oft minimalen Sicherheitsabständen auf der Autobahn vermuten lassen. Guten Fahrern hingegen ist bewusst, dass in jeder Situation eine ausreichende Sicherheitsreserve eingeplant werden muss.

"Man muss den Schnellfahren klar machen, dass sie ja nicht nur ihr eigenes Leben riskieren, sondern - was ja noch problematischer ist -den anderen Verkehrsteilnehmern ein Risiko aufzwingen, mit dem diese ganz und gar nicht einverstanden sind. Ein Verhalten das nicht nur gefährlich, sondern auch extrem unfair ist. Darum fordern ja auch knapp 80% der Lenker viel strengere (aber faire) Kontrollen und Strafen für Schnellfahrer. Wie kommt schließlich die große Mehrheit der vernünftigen Fahrer dazu, sich durch die "schneidigen" Sportfahrer eine ständige Gefahr für sich selbst aufzwingen zu lassen? Wie kommen Eltern dazu, wegen dieser Risikolenker ständig Angst um die Sicherheit ihrer Kinder haben zu müssen?", meint der Motiv- und Mobilitätsforscher Mag. Michael Praschl.

Durch wirksame bewusstseinsbildende Maßnahmen muss riskantes und alkoholisiertes Fahren endlich tatsächlich gesellschaftlich inakzeptabel gemacht werden. Auch die Fahrzeugindustrie muss sich daran beteiligen, die Lenker zu einem sicheren Fahrverhalten zu motivieren, anstatt - wie so oft - die "Freude am sportlichen Fahren" in den Vordergrund zu stellen. Anstelle immer höherer Motorleistungen müssten Fahrzeuge so konstruiert sein, dass es uns leicht fällt, die Limits einzuhalten bzw. eine angemessene Geschwindigkeit zu wählen. 64% der Lenker geben schließlich an, auch deswegen häufig zu schnell zu fahren, weil sie die Geschwindigkeit in Ihrem Fahrzeug gar nicht merken.

"Ein nationales Verkehrssicherheitsprogramm muss die wirksame Motivation der Verkehrsteilnehmer zu einem sicheren und fairen Verhalten in den Vordergrund stellen", meint Praschl abschließend.

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Mag. Michael Praschl
Motiv- & Mobilitätsforschung
Thaliastraße 97/2, A-1160 Wien
Tel.: (01) 494 80 60

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