Stadlbauer zu Brinek: Was nützen Gutscheine, wenn es keine Betreuungsplätze gibt?

Wien (SK) Den heute von ÖAAB-Frauenchefin Gertrude Brinek geäußerten Vorschlag, Betriebe sollten ihre Familienfreundlichkeit mittels Gutscheinen zur Kinderbetreuung unter Beweis stellen, lehnte SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer rundweg ab. "Das ist der völlig verkehrte Ansatz. Frauen brauchen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bessere arbeitsrechtliche Maßnahmen. Über den fehlenden arbeitsrechtlichen Schutz beim Kindergeld helfen auch solche Zuckerln nicht hinweg." Stadlbauer forderte weiters den massiven Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. "Wo kein Kinderbetreuungsplatz ist, kann auch ein Gutschein nicht helfen. Es fehlen österreichweit 100.000 Betreuungsplätze. Hier muss angesetzt werden. Alles andere ist der reinste Hohn", so Stadlbauer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Völlig schleierhaft" ist es für die Bundesfrauensekretärin, wie sich für Brinek die Forderung nach Betreuungs-Gutscheinen der Betriebe im Zusammenhang mit der ÖVP-Forderung nach einer Lohnnebenkosten-Senkung in Einklang bringen lässt. Allerdings freue sich Stadlbauer, "dass die ÖVP nun offensichtlich zur Einsicht gelangt, dass mit dem Kindergeld nur die Eltern der bis dreijährigen Kinder finanziell unterstützt werden. Während es für den finanziellen Aufwand der älteren Kinder, die das Familienbudget mehr belasten, keine entsprechende Förderung gibt." Das würde, so Stadlbauer, klar für den SPÖ-Vorschlag nach einer Erhöhung der Familienbeihilfe für alle Kinder sprechen. "Allerdings", so Stadlbauer, "traue ich den Regierungsparteien aufgrund der bisherigen Erfahrungen den mutigen Schritt weg vom mangelhaften Kindergeld-Modell, hin zu einem sozial gerechten Familienförderungsmodell nicht zu", so Stadlbauer abschließend. (Schluss) ml/mp

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