Tancsits: Führungscrew der Postgewerkschaft soll Bezüge offenlegen

Unverständnis der Arbeitnehmer gegenüber Gewerkschaftsprivilegien

Wien, 21. August 2001 (ÖAAB-PD) Die gesamte Führungscrew der Postgewerkschaft soll ihre Bezüge offenlegen, forderte heute, Dienstag, ÖAAB-Generalsekretär, Abg. z. NR, Mag. Walter Tancsits. "Im Interesse einer raschen Klärung der Angelegenheit wäre das ein Schritt, um das Vertrauen der Arbeitnehmer in ihre betriebliche Vertretung wiederherzustellen." Für die Vorgangsweise des zurückgetretenen Mitglieds des ÖGB-Bundesvorstandes und Gewerkschaftsvorsitzenden der Post, Hans Georg Dörfler, herrsche völliges Unverständnis seitens der Arbeitnehmer; dessen Rücktritt sei daher die einzig logische Konsequenz gewesen. "Es kann nicht angehen, daß die Dienstfreistellung eines Personalvertreters gleichzeitig zu einer eklatanten Besserstellung bei den Bezügen führt. Der Schutz der Interessen von Mitarbeitern darf nicht zu einem Selbstbedienungsladen zur Konsumation von Privilegien verkommen", so Tancsits. ****

Viele idealistische Gewerkschaftsvertreter, die in weniger hohen Rängen des Gewerkschaftsbundes tätig seien, würden durch diese Nehmer-Mentalität in Mißkredit gebracht und dagegen verwehre man sich beim ÖAAB. "Wir brauchen eine starke Arbeitnehmervertretung in den Betrieben. Das Recht auf Dienstfreistellung darf daher durch derartige Vorgänge nicht in Frage gestellt oder eingeschränkt werden. Es muß aber dafür Sorge getragen werden, daß eine Funktion im Betriebsrat nicht automatisch einen gewaltigen Gehaltssprung oder einen kometenhaften Aufstieg im Betrieb zur Folge hat. Das wird von jenen, deren Interessen ein Gewerkschafter zu vertreten hat, weder verstanden noch toleriert", sagte Tancsits.

Vor allem in Zeiten, in denen gespart werden müsse, dürften sich Gewerkschaftsvertreter nicht auf einen prallen Bezügesack zur Ruhe betten; andernfalls müßten sie sich die Frage gefallen lassen, wessen Interessen sie dienen - und das am besten gleich bei der Urabstimmung in drei Wochen, so Tancsits.
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