Nach ÖAMTC-Training: Schäden im Billa-Fuhrpark um ein Viertel gesunken - BILD (web)

Pilotprojekt von Allianz Risk Management zeigt enorme Kostensenkung für Unternehmen

Wien (OTS) - Eine aktuelle Pilotstudie belegt: Aktives Risk Management senkt bei Kfz-Flotten die Schäden allein durch ein ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining enorm. Auch Unternehmer profitieren dabei durch Senkung der indirekten, nicht auf eine Versicherung überwälzbaren Kosten, wie Personalkosten, Stehzeiten oder Wertverlust.

So gab es im Billa-Fuhrpark nach dem Fahrsicherheitstraining im Zeitraum vom 1. März 2000 bis 28. Februar 2001 um 118 Schadensfälle weniger als im Vergleichszeitraum davor, nämlich 437 Schadensfälle statt 555. Billa brachte die Verringerung der Schadensfälle um fast ein Viertel eine Kosteneinsparung von rund 750.000 Schilling, 600.000 Schilling geringere Reparaturkosten und 150.000 Schilling Einsparung bei Personalkosten. Pro Schadensfall entstehen einem Betrieb neben dem Sachschaden allein durch Schadensaufnahme, Meldung des Schadens, sowie Abwicklung in der Firma und mit der Versicherung mehr als 3 Stunden an Personal-Zeitaufwand.

Zweidrittel aller Schäden liegen unter 50.000 Schilling

Vor zwei Jahren startete die Allianz für die Firma Billa eine Kfz-Flottenanalyse (300 bis 330 Lkw). Basis dafür war das im internationalen Allianz Zentrum für Technik entwickelte Spezial-Know-how. Das Resultat ergab unter anderem eine Häufung der Schäden im innerstädtischen Bereich, verursacht durch Fehleinschätzung der Fahrzeugabmessungen bzw. Rangieren rückwärts. Zwei Drittel aller Schäden waren Kleinschäden unter 50.000 Schilling, wobei aber die indirekten Kosten für Billa gleich hoch sind wie bei einem größeren Schaden.

Auf Seiten der Lenker zeigte sich, dass ca. 50 Prozent aller Schäden durch Fahrer mit einer Firmen-Zugehörigkeit von einem Jahr oder darunter verursacht werden. Weiters wurden eine Abnahme der absoluten Schadenszahlen mit zunehmender Dauer des Führerscheinbesitzes sowie eine tendenziell höhere Schadensfrequenz der Lenker in den Altersgruppen "unter 25" und "über 45" festgestellt.

Die Schadensursachen wurden schließlich zwei Kategorien zugeordnet: unvermeidbare, wie Fremdverschulden, Diebstahl etc., und vermeidbare, wie Fehler beim Rangieren, Auffahren im fließenden Verkehr, mangelnde Ladungssicherung etc. Im Fokus stand die Senkung der Schadensanzahl durch Reduzierung der vermeidbaren Ursachen. Die Allianz plädiert hier für aktives Risk Management: Erstens rund um den Fahrer selbst - Beachtung von Einstellungskriterien, Schulung, Motivation - , zweitens technische Maßnahmen - Rückfahrhilfen, Klimaanlage etc. - und drittens Fuhrparkmanagement -Fahrzeitorganisation, Routenwahl etc. Im Fall von Billa standen Maßnahmen mit den Fahrern im Mittelpunkt. Allein infolge des Fahrsicherheitstrainings durch den ÖAMTC und Motivationsschulung mit Allianz Expertise konnte im Beobachtungszeitraum eine Reduktion der Schäden um ein Viertel erzielt werden.

Werden die empfohlenen Risk Management-Maßnahmen ausgeschöpft und weitere Fahrzeugkategorien - also auch Pkw - einbezogen, rechnet man bei der Allianz mit einem gravierenden Rückgang der Schäden und damit auch der dem Unternehmer verbleibenden Kosten. "Wir sehen hier noch viel Potenzial: Liegen die indirekten Schadenskosten für ein Unternehmen in der Regel in Höhe der Versicherungskosten, so ergibt sich aus einer erzielbaren Schadenssenkung um 50 Prozent eine erhebliche Budgetentlastung. Die Allianz arbeitet derzeit Basisprogramme aus und wird damit noch heuer gezielt in den Markt gehen", so der für das Risk Management verantwortliche Allianz Vorstand Heinz-Werner Hof.

Mehr als 600 Billa-Lkw-Fahrer legen jährlich 19 Millionen Kilometer zurück

Vor allem das Bewusstsein um die große Verantwortung seiner mehr als 600 Lkw-Fahrer hat den Billa-Konzern dazu bewogen, alle ihre Fahrer einem Fortbildungsprogramm zu unterziehen. "Unsere Motivation war, dass ein geschulter Fahrer weniger Fehler macht, Fehler, die seine Gesundheit und die Gesundheit anderer gefährden könnten. Dass wir auch große Einsparungen verbuchen konnten, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Die Anforderungen an Lkw-Fahrer werden immer höher, Tag und Nacht sind sie für die Nahversorgung der Bevölkerung unterwegs und haben als Vollprofis enorme Verantwortung zu tragen", so Billa-Unternehmenssprecher Dipl.Ing. Alfred Matousek. Versorgt doch der Billa-Konzern österreichweit rund 1.670 Filialen von Billa, Merkur, Mondo, Bipa und Emma mit Ware. Die mehr als 600 Billa-Lkw-Fahrer legen mit über 330 Lkw jährlich 19 Millionen Kilometer auf Österreichs Straßen zurück. Die Auslieferungen erfolgen vom Zentrallager in Wr.Neudorf und von den Frischdienstlagern Wien-Inzersdorf, Ansfelden, Maria Saal, Kalsdorf, Hallein und Stams.

ÖAMTC als Trainer der Billa-Lkw-Fahrer

Beim ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining lernen die Billa-Lkw-Fahrer im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum in Teesdorf in einem Spezialtraining mit dem Lkw die besonderen Anforderungen und Gefahren ihres "mobilen Arbeitsplatzes" kennen. Durch die Darstellung realer, reproduzierbarer Situationen im Sicherheitsparcours erleben die Teilnehmer im Training das richtige Verhalten in kritischen Situationen und erkennen dabei häufig, dass sie sich bisher - oft durch Routine verstärkt - falsch verhalten haben.

Aufbauend auf die Billa-Unfallstatistik werden von den ÖAMTC-Fahrsicherheits-Instruktoren gezielt Schwerpunkte gesetzt, wie Maßnahmen um gefährliche Situationen bereits im Vorfeld zu vermeiden, das Einschätzen anderer Verkehrsteilnehmer, das Einschätzen der Fahrzeugabmessungen, das Auffahren- und Hintereinanderfahren, das Rangieren (vorwärts und rückwärts), sowie das Verhalten in unklaren Verkehrssituationen (Vorrang, Kreisverkehr, etc.) und das Verhalten gegenüber schwächeren Straßenbenützern (Kinder, Fußgänger, Radfahrer, etc.). Durch eine Videoaufzeichnung können die Lkw-Fahrer ihre Fehler besser erkennen. Im passiven Fahrertraining werden mit dem Teilnehmer Lösungen erarbeitet um Stress, Ermüdung, Monotonie, Übersättigung und körperlichem Unbehagen entgegenzuwirken. Weiters werden Strategien für eine antiagressive Einstellung und die sich daraus ergebende defensive Fahrweise erarbeitet.

"Die Ergebnisse des Allianz-Pilotprojektes zeigen, dass das Trainieren des Autofahrens neben dem enormen Sicherheitsgewinn auch einen wesentlichen finanziellen Vorteil bringt. Billa hat mit dem Fahrsicherheitstraining für alle seine Lkw-Fahrer mustergültige, hohe Maßstäbe gesetzt und hat damit Vorbildfunktion für alle Firmen, deren Mitarbeiter beruflich im täglichen Straßenverkehr Millionen von Kilometern unterwegs sind", so das Resümee vom Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheit, Franz Wurz.

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