"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: "Altes Eisen" wird immer jünger

Ausgabe vom 21.08.2001

Angesichts des Zwangs zu einem immer rigideren Sparkurs, dem sich die Unternehmen im Zuge der Globalisierung immer stärker ausgesetzt sehen, scheint es nur ein Zauberwort zu geben: "Mitarbeiterabbau." Da werden in Firmen, die tags zuvor noch händeringend Experten suchten, plötzlich Dienstnehmer freigesetzt, weil man sich in einer Konjunkturdelle befindet. Und auch der öffentliche Dienst soll "erschlanken" bis zum Gehtnichtmehr.

Jene, die man dabei als erstes im Visier hat, sind die Mitarbeiter, die bereits kurz vor ihrer wohlverdienten Pensionierung stehen. Dabei wird die Grenze immer weiter nach unten verschoben. Auch wenn die Wirtschaftskammer dementiert, dass man bereits 53-Jährige auf die Parkbank abschieben will, im Trend würde sie damit in jedem Fall liegen.

In den Clinch käme die VP-dominierte WK aber mit VP-Kanzler Wolfgang Schüssel und mit dem Koalitionspartner. Schüssel hat, wie wir uns erinnern, das Im-Beruf-Stehen bis 65 propagiert. Der Koalitionspartner hat ihm beigepflichtet. Und nicht nur der - nein, auch WK-Österreich-Präsident Christoph Leitl wollte das "staatliche Türl" zur Frühpension endlich geschlossen wissen. Aber Wunsch und Realität, da liegen eben manchmal Welten dazwischen. Zu bedenken ist aber nicht nur, was es persönlich für einen Mitarbeiter bedeutet, nach jahrzehntelangem Einsatz für ein Unternehmen plötzlich hören zu müssen, dass er nicht mehr gebraucht wird. Zu fragen ist auch, ob es sich Betriebe leisten können, auf so viel Erfahrung und Know how zu versichten.

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