Voggenhuber: Neue Vorwürfe gegen Volxtheater Verwirrtaktik der Polizei

Außenministerin muß offizielles Dementi oder die Herausgabe der Protokolle verlangen

Wien (OTS) "Die Vorwürfe der italienischen Polizei, die Mitglieder der Volxtheaterkarawane hätten die Mißhandlungsvorwürfe abgesprochen, sind im höchsten Grade unglaubwürdig. Vielmehr liegt der Verdacht auf der Hand, daß es sich dabei einmal mehr - wie schon bei den als Waffenlager bezeichneten Requisiten - um konstruiertes Belastungsmaterial zur Weißwaschung der Polizei handelt", kommentiert der Europasprecher der Grünen, Johannes Voggenhuber, die in italienischen Zeitungen erhobenen Vorwürfe. Diese angeblichen Abhörprotokolle wären zudem illegal, da es für die Aufzeichnung keinen Gerichtsbeschluß gegeben habe und würden von der Polizei gezielt zur Diskreditierung ihrer Kritiker Zeitungen zugespielt. Dem für die Entlassungen zuständigen Gericht sind sie nicht vorgelegen und der zuständige Richter hat mittlerweile dementiert, daß es ein derartiges Abhörprotokoll gibt.

Für die Unglaubwürdigkeit dieser angeblichen Abhörprotokolle sprechen zudem mehrere Gründen: Erstens seien die Verhafteten in zwei Gefängnisse aufgeteilt gewesen, was ein Absprache verunmögliche. Zweitens sei in den achtstündigen Gesprächen, die er, Voggenhuber, mit den Mitgliedern der Karawane geführt habe, von allen Mitgliedern widerspruchsfrei dasselbe berichtet worden. "Es erscheint völlig unmöglich, detaillierte Schilderungen von Mißhandlungen derart widerspruchsfrei untereinander abzureden", so Voggenhuber. Drittens habe die Gruppe urspünglich die Mißhandlungen nicht öffentlich machen wollen, aus Angst davor, wieder in polizeiliche Verhöre zu geraten und daß die Mißhandlungen damit wieder einsetzen könnten. Erst nach einem längeren Gespräch mit ihm, Voggenhuber, sei sie dazu bereit gewesen.

Weiters berichtet Voggenhuber, daß er gestern vom italienischen Radio Popolare zu diesen Berichten gefragt worden sei und daß eine halbe Stunde nach der Ausstrahlung seines Interviews (um 19 Uhr) der Richter erklärt habe, daß es sich bei den angeblich Abgehörten nicht um die Mitglieder der Volxtheaterkarawane handle. Nach seinem Interview versuchte die Polizei neuerlich die Vorwürfe aufrecht zu erhalten. Die neue Version des zugespielten 'Protokolls' wurde offensichtlich genau auf die Aussagen Voggenhuber in Radio Popolare abgestimmt, um seine Aussagen zu entkräften.

"Die Polizei spielt offenbar gezielt Zeitungen manipuliertes Material zu, daß sie weder selbst veröffentlichen, noch aufgrund des illegalen Charakters dem Gericht übermitteln kann. Es geht ihr ausschließlich darum, möglichst viel Verwirrung zu stiften und darum, ihre Kritiker zu diskreditieren. Da diese aber nicht mehr im Land sind, können sie sich nicht mehr wehren", so Voggenhuber.

Die österreichische Außenministerin muß entweder den öffentlichen Wideruf dieser angeblichen Abhörprotokolle entsprechend dem Dementi des Richters durch das italienische Innenministerium verlangen oder auf der unverzüglichen Herausgabe dieser Aufnahmen bestehen, um Stimmvergleiche, Übersetzungsfragen sowie den Inhalt klären zu können und den beschuldigten Karawanenmitgliedern die Möglichkeit einer angemessenen Verteidigung zu ermöglichen, fordert Voggenhuber.

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