Sprunghafter Anstieg der Unternehmensneugründungen im ersten Halbjahr 2001

17,5 % mehr Gründungen als im Vorjahr - Leitl: "Österreich kann Europas Gründerland Nr.1 werden"

Wien (PWK575) - Die Gründungsintensität hat in Österreich weiter stark zugenommen. Nach Auswertungen der Wirtschaftskammer Österreich wurden im ersten Halbjahr 2001 rund 15.000 Unternehmen neu gegründet. Damit wurde der Vergleichswert des Vorjahres um 17,5% übertroffen. Dieses Halbjahresergebnis lässt für das Gesamtjahr 2001 einen neuen Gründungsrekord von mindestens 25.000 Gründungen erwarten. "Mit jedem neuen Unternehmen werden durchschnittlich auch vier neue Jobs geschaffen. Wenn die Dynamik bei den Unternehmensgründungen anhält, dann könnten bis Ende des Jahres 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das sind deutlich mehr, als durch Insolvenzen verloren gehen", rechnet Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl vor. Mehr Unternehmensgründungen bedeuten aber nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze, sondern auch mehr Einnahmen für den Finanzminister. "Die österreichische Wirtschaft ist trotz einer vorrübergehenden Konjunkturabkühlung auf einem gesunden Wachstumspfad und leistet damit ihren Beitrag zur Sanierung des Staatshaushaltes. Deshalb erwarte ich mir, dass man von fixen Zusagen über die Senkung der Lohnnebenkosten, die noch vor wenigen Monaten gegeben wurden, keinesfalls abrückt. Es sei denn, man will dieses Wachstum mutwillig beeinträchtigen oder sogar gefährden", warnt Leitl.

Damit der Gründerwelle nicht der Wind aus den Segeln genommen wird, sprach sich Leitl für eine Verlängerung des befristeten Neugründungsförderungsgesetzes (NeuFöG), das sich in der Praxis bestens bewährt hat. Das NeuFöG befreit Jungunternehmer, die bis zum 1.1.2003 ein Unternehmen gründen, von Stempelmarken, Bundesverwaltungsabgaben und Eintragungsgebühren. Bestimmte lohnabhängige Abgaben und Beiträge (Lohnnebenkosten) entfallen für die Dauer von 12 Monaten.

Im ersten Halbjahr 2001 fanden 56 % der Gründungen im Bereich Gewerbe Handwerk, Dienstleistung statt. 27 % entfielen auf die Sektion Handel und knapp 11 % auf die Sektion Tourismus und Freizeitwirtschaft. Spitzenreiter sind die Branchen Unternehmensberatung und Informationstechnologie (1.865 neue Betriebe), Finanzdienstleister (1.569), Direktvertrieb (941), Gastronomie (794), Werbung und Marktkommunikation (747) sowie Freizeitbetriebe (472). Ein knappes Drittel (33,0 %) der Unternehmensneugründer sind Frauen. Damit ist der Gründungsanteil von Frauen etwas höher als es ihrem Anteil an Kammermitgliedern entspricht (Ende 2000: 30,3 %). Mehr als ein Drittel der Unternehmensgründer ist bereits jünger als 30 Jahre. Knapp 40 % der neuen Unternehmen werden im Alter zwischen 30 und 40 gegründet, gefolgt von der Altersgruppe der 40- bis 50-jährigen mit rund 20%.

"Insgesamt untermauert der Entwicklungstrend der Unternehmensneugründungen nicht zuletzt den Erfolg unserer Bemühungen, den Schritt in die Selbständigkeit zu fördern und den Unternehmensstart auf vielfache Weise zu unterstützen", sagte Leitl. Angesichts der prognostizierten "Wachstumsdelle" müsse die Wirtschaft auch selbst Impulse setzten, um den Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern und gleichzeitig den Finanzminister bei der Sanierung des Budgets zu unterstützen. "Deshalb wird es neben einer Exportinitiative im Herbst dieses Jahres auch eine neue Gründeroffensive der Wirtschaftskammern geben, damit Österreich langfristig zum Gründerland Nr. 1 in Europa wird", kündigte Leitl an. Die Junge Wirtschaft hat dafür bereits einen Business-Plan erstellt. Er sieht u.a. den Abbau von bürokratischen Hemmnissen durch die Verankerung des One-Stop-Shop-Prinzips in der gesamten Verwaltung, die Entwicklung breitenwirksamer Finanzierungsinstrumente wie z.B. private Beteilungsplattformen, steuerbegünstigte Jungunternehmerfonds oder Kapitalgarantien sowie eine drastische Einschränkung von Eigenregieleistungen der Öffentlichen Hand vor. Kernpunkt der Initiative ist eine Imageoffensive für die Selbständigkeit an allen Bildungseinrichtungen. (MH)

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