Philips-Kündigungen: Gewerkschaften für Sozialplan

Unverbindliche Jobbörse hilft Betroffenen nicht

Wien (GPA/GMT/ÖGB) Angesichts der 1.200 Kündigungen bei Philips in Wien treten die Gewerkschaft der Privatangestellten und die Gewerkschaft Metall - Textil für die Schaffung eines Sozialplans ein.++++

"Wir haben schon das ganze Jahr über Vorzeichen gehabt, dass bei Philips etwas größeres geplant ist", sagt Karl Haas, Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall - Textil. "Dass viele Leiharbeiter in Lebring nicht mehr beschäftigt worden sind oder die Einstellung des Werksverkehrs waren unter anderem solche Zeichen, auch über die Pläne für Wien hat es immer wieder Gerüchte gegeben." Die Gewerkschaften hätten in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat immer daran gearbeitet, die Härte der Maßnahmen zu entschärfen. "Die jetzt von den Kündigungen Betroffenen haben echte Existenzängste, viele von ihnen sind schon älter und machen sich Sorgen, ob sie je wieder Arbeit finden." Die 1.200 Kündigungen seien für die Kolleginnen und Kollegen persönliche Katastrophen, ganze Familien seien betroffen. Einzig möglicher Weg zu einer Entschärfung der Lage sei ein Sozialplan, so Haas.

"Der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) unterstützt die Betroffenen, derzeit wird mit Philips über eine Arbeitsstiftung verhandelt", sagt Nobert Scheed, Regionalgeschäftsführer der Region Wien der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA).
Das würde Philips allerdings nicht aus der Verantwortung für die gekündigten Kolleginnen und Kollegen entlassen. "Öffentliche Erklärungen über eine Jobbörse helfen den Betroffenen nicht, was wir verlangen ist ein verbindlicher Sozialplan. Philips soll endlich Farbe bekennen und unverzüglich einen entsprechenden Abschluss mit Betriebsrat und Gewerkschaft tätigen."

ÖGB, 17. August 2001
Nr. 675

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