Stadlbauer zur Zuwanderungsfrage: Frauen sind doppelt und dreifach betroffen

Wien (SK) "In der Migrationsfrage spiegelt sich in besonderer Weise der völlige Mangel an Problembewusstsein in der Frauenpolitik", stellte heute SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer bezüglich der Debatte um die Quotierung bei den Zuwanderern fest. Stadlbauer forderte eine Aufhebung der "26.000-Schilling-Quote", die vor allem die Migrantinnen belastet, und betonte, dass mehr als die Hälfte der Frauen in Österreich weniger verdienen. "Für eine wirkliche Integration sind Sanktionen und Hürden nicht sinnvoll, sondern im Gegenteil mehr Möglichkeiten zur Teilnahme am österreichtypischen Leben. Die Berufstätigkeit ist hier ein wesentlicher Bestandteil der Integration. Alle Menschen, die in diesem Lande leben, sollen daher auch berufstätig sein können." ****

Stadlbauer will daher das fünfjährige Berufsverbot für Frauen, die im Zuge des Familienzuzugs nach Österreich gekommen sind, aufgehoben wissen. "Diese Frauen ziehen sich völlig zu Unrecht den Unwillen der ÖsterreicherInnen zu. Da sie gar nicht arbeiten gehen dürfen, bleibt ihnen nur die Alternative: unqualifizierte Schwarzarbeit, oder daheim bleiben."

Fehlende Berufsabschlüsse seien eine weitere Hürde auf dem Weg zur Berufstätigkeit: "Abgesehen vom natürlich auch bei Zuwanderern existierenden 'gender gap' bei der Ausbildung ist zu bedenken, dass vielen Migrantinnen Berufsabschlüsse fehlen, oder in Österreich nicht anerkannt werden." Aber selbst wenn das positiv der Fall wäre: "Nach fünfjähriger Berufsunterbrechung ist ein Großteil des erworbenen Wissens weg. Die Frauen müssen erst wieder von vorne anfangen."

Für Stadlbauer ist das Vorgehen der Regierung in dieser Angelegenheit nur ein Spiegelbild für die bisherige Politik gegenüber Frauen, wie es auch beim Kindergeld ersichtlich ist. "Gefördert wird ausschließlich die Rolle als Hausfrau und Mutter - sofern es sich um eine österreichische Hausfrau und Mutter handelt. Andernfalls wird sie zwar auch aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, muss aber ohne Förderungen auskommen", so Stadlbauer abschließend. (Schluss) ah/mp

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