Kaprun-Angehörige brüskiert: Antrag auf Exhumierung der Leichenteile im Massengrab abgelehnt

Neuer Antrag auf Exhumierung gestellt

Wien (OTS) - Das Salzburger Landesgericht zeigt sich weiterhin
stur: Der am 9. Juli 2001 eingebrachte Antrag auf Exhumierung der Leichenteile von Opfern der Tunnelkatastrophe in Kaprun und eine DNA-Analyse zur Identifizierung, die stillschweigend in einem Massengrab beerdigt wurden, wurde nun in einem fünfzeiligen Schreiben abgelehnt. Begründung: Durch eine Exhumierung und DNA-Analyse der Leichenteile seien keine erheblichen neue Beweisergebnisse zu erwarten.

Eingebracht hatte den Antrag die Rechtsanwältin DDr. Elisabeth Steiner im Auftrag von sechs Angehörigen.

"Meine Mandanten sind über die rechtliche Vorgangsweise und unmenschliche Haltung der Salzburger Justiz empört. Nicht nur, dass insgesamt acht Container mit menschlichen Überresten, die im Brandschutt aufgefunden wurden, ohne Verständigung der Angehörigen zur Bestattung in einem Massengrab freigegeben wurden, wurde nicht einmal eine Identifizierung per DNA-Analyse versucht. Nun lehnt das Landesgericht sogar den Versuch einer "Schadensbegrenzung", soferne diese im Zusammenhang mit dem Leid der Angehörigen überhaupt so bezeichnet werden kann, mit einer fadenscheinigen Begründung ab", ist DDr. Elisabeth Steiner empört und kündigt weitere rechtliche Schritte, um doch noch eine Identifizierung bzw. gesonderte Bestattung möglich zu machen, an. "Die Familien der Opfer der Tunnelkatastrophe von Kaprun haben ein Recht darauf, zu bestimmen wie und wo ihre Angehörigen bzw. deren sterbliche Überreste bestattet werden".

Unverständlich ist Steiner auch die Begründung des Gerichtes im Hinblick auf die konsequente Verweigerung, durch Exhumierung und DNA-Analyse der Leichenteile möglicherweise neues Beweismaterial zugänglich zu machen. "Bis zum heutigen Tage ist die Ursache der Katastrophe nicht restlos geklärt, wieso das Gericht nicht jede Möglichkeit wahrnimmt Beweismaterial zu beschaffen, ist mir ein Rätsel", sagt Steiner.

Im Namen der sechs Angehörigen hat Steiner heute einen entsprechenden, im Salzburger Leichen- und Bestattungsgesetz § 23 begründeten, ANTRAG an die für den Salzburger Kommunalfriedhof zuständige Bezirksverwaltungsbehörde der Stadt Salzburg/MA 1 die im Gemeinschaftsgrab bestatteten Leichenteile der Kaprun-Opfer umgehend zu enterdigen, gestellt.

Lipobay-Skandal: Erste europäische Sammelklage in Vorbereitung

Der deutsche Pharmaproduzent Bayer, der sich im Zusammenhang mit dem umstrittenen Medikament Lipobay mit Schadenersatzklagen aus den USA konfrontiert sieht, wird auch mit europäischen Anwälten zu kämpfen haben. Gemeinsam mit ihrem deutschen Kollegen Andre Remin bereitet DDr. Elisabeth Steiner zur Zeit die erste europäische Sammelklage von Lipobay-Patienten vor. Auf Schadenersatz geklagt und verhandelt soll in den Vereinigten Staaten werden, kündigt Steiner an.

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von Kaprun
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