Unbekannte DNA in Gen-Soja von Monsanto entdeckt

In Europa verkauftes Gen-Soja hat möglicherweise keine Zulassung

Hamburg/Wien (OTS) - Belgische Wissenschaftler haben unbekanntes Erbgut in RoundupReady-Sojabohnen (RR) der Firma Monsanto gefunden. Dies geht aus einer heute in der Zeitschrift European Journal of Food Research and Technology veröffentlichten wissenschaftlichen Studie hervor. Die Wissenschaftler stießen auf ein 534 Basenpaare langes DNA-Stück, dass mit keiner bekannten Erbsubstanz von Pflanzen übereinstimmt. Bisher weiß niemand, was dies für Erbgut ist. Das DNA-Stück war zum Zeitpunkt der Zulassung der genmanipulierten RR-Soja für den europäischen Markt nicht bekannt und wurde nicht berücksichtigt. Greenpeace fordert daher den sofortigen Stopp von Importen der RR-Soja in die EU. "In Österreich muss Minister Molterer sofort prüfen lassen, ob die unbekannte DNA auch im Sojaschrot der Marke RoundupReady, die nachweislich auch nach Österreich importiert und im Land verkauft wurde, enthalten ist", ruft Greenpeace-Pressesprecher Matthias Schickhofer den Minister auf. Von Molterer fordert Greenpeace Österreich außerdem ein sofortiges Importverbot für Gensoja-Futtermittel bis ein EU-weites Zulassungs-und Kennzeichnungsverfahren für Gensoja in Kraft ist.

"Wir befürchten, dass die Gen-Soja, die zur Zeit in Deutschland auf den Markt gebracht wird, sich grundlegend von der Soja unterscheidet, die eine europäische Zulassung hat. Die zuständigen Behörden müssen nun schleunigst handeln und verhindern, dass Soja, die keine Zulassung hat, trotzdem bei uns im Essen landet", sagt Imke Ide, Gentechnikexpertin bei Greenpeace. "Es ist unverantwortlich, Leuten Gen-Soja in Nahrungsmitteln vorzusetzen, wenn nicht klar ist, welche neue Erbsubstanz sie tatsächlich enthält und was diese Gene bewirken", so Ide.

Dies ist bereits das zweite Mal, dass unabhängige Wissenschaftler Monsanto die fehlerhafte Beschreibung der RR-Soja-Sequenz nachweisen. Firmen müssen für das Zulassungsverfahren Daten über die gentechnische Veränderung und Sicherheitsuntersuchungen vorlegen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr gezeigt wurde, dass neben dem Gen, das von Monsanto angegeben wurde, noch zwei unvollständige Kopien desselben Gens in RR-Soja enthalten sind, fanden die belgischen Wissenschaftler nun auch einen Abschnitt mit unbekannter DNA.

In den meisten Fällen zweifeln die Zulassungsbehörden nicht an der Genauigkeit der von den Firmen vorgelegten Beschreibungen der Erbsubstanz. Sie veranlassen keinen Gegencheck und verlassen sich komplett auf die Firmendaten. "Wenn Monsanto noch nicht einmal diese Basisinformationen richtig vorlegen kann, was sollen wir dann über die Zuverlässigkeit ihrer Sicherheitstests denken, die alle auf diesen Informationen basieren?", fragt Ide.

Angesichts dieser brisanten Situation ruft Greenpeace Minister Molterer auf, zu überprüfen, ob auch in den Sojaschrot-Produkten dieser Marke, die auch nach Österreich importiert und im Land verkauft wurde, die unbekannte DNA enthalten ist. Die Umweltorganisation fordert ein sofortiges Importverbot für Gensoja-Futtermittel nach Österreich bis ein EU-weites Zulassungs- und Kennzeichnungsverfahren für Gensoja in Kraft ist. Greenpeace protestierte in diesem Jahr bereits mehrmals gegen Gensoja-Futtermittel in Österreich. "Bauern und Konsumenten müssen vor den negativen Folgen dieser Risikotechnologie geschützt werden", sagte Schickhofer abschließend.

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