"Wiederholungstäter": Erhard Busek kritisiert Politiker der FPÖ

wienweb-tv-Interview mit dem Osteuropa-Beauftragten der Bundesregierung

Wien (OTS) - Im wienweb-tv-Interview kritisiert der ehemalige ÖVP-Obmann den politischen Stil von Jörg Haider und Peter Westenthaler. Aussagen wie jene gegen Ariel Muzicant hält Busek für "überflüssig und peinlich". Das Schweigen des Kanzlers zu den Verbal-Ausrutschern der FPÖ relativiert Busek mit der steten Wiederkehr. "Ich kann verstehen, dass Bundeskanzler Schüssel nichts sagt". Bei manchen Personen sei es "sinnlos". Sie seien "Wiederholungstäter". "Ich habe für Scherze viel übrig", man müsse aber aufpassen, dass man sich im Ton nicht vergreift und sich notfalls entschuldigen, so Busek. "Schlechten Geschmack zum Prinzip zu erklären, hat noch nie etwas gebracht."

"Moralisch bedenkliche Volksabstimmung"

Beim Thema Europa kritisiert der Osterweiterungsbeauftragte den nationalen Egoismus als schädlich: "Frei nach dem Spruch: Jeder denkt an sich und nur ich denk" an mich", fehlt es laut Busek an Solidarität, Nächstenliebe und gemeinsamer Verantwortung." Mein Entwurf sieht vor, dass die nationalen Regierungen ein bisschen an Verantwortung verlieren, dass die europäische Ebene an Verantwortung zunimmt, aber auch dass auf regionaler Ebene die Verantwortung zunimmt." Nichts hält Busek von Jörg Haiders Idee einer Volksabstimmung über die EU-Erweiterung. "Der gute Jörg Haider hat Angst Stimmen zu verlieren und versucht jetzt, alles zu nutzen, wo er Stimmen gewinnen kann, und da ist die Erweiterung der EU eine interessante Sache. Ich vermute, sie ist ihm eigentlich wurscht. Es geht ihm nur um den nächsten Wahlkampf, das Wahlergebnis, und seine persönlichen Ergebnisse." Das ist", so Busek weiter, "grundsatzpolitisch, ich möchte fast sagen moralisch, sehr problematisch."

Diktat der "Krone" nicht akzeptiert

Dass er an der Kronenzeitung als ÖVP-Obmann gescheitert sei, wie er einmal sagte, erklärt Busek gegenüber wienweb so: "Ich habe mich dagegen gewehrt, mir die Politik von der Kronenzeitung vorschreiben zu lassen. Das ist mein prinzipielles Politikverständnis, dafür habe ich einen Preis bezahlt. Für den Preis geniere ich mich nicht, denn ich kann mich nach wie vor in den Spiegel schauen, und das nicht nur beim Rasieren."

Programmhinweis: "Talk ums Gänsehäufel". Erhard Busek im Gespräch mit Markus Pühringer. Online im Internet ab Mittwoch, 15. August 2001, 18.00 Uhr, unter der URL http://www.wienweb.at/

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